Ahornbäume - Der Ahornbaum
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition, Eigenschaften und Merkmale

3. Bedeutung als Rohstoff, Holz und Werkstoff

5. Bedeutung in der Gartenkunst

7. Bedeutung in der Natur und Ökologie

9. Krankheiten und Schädlinge

 

 

2. Arten, Sorten und Beispiele

4. Herstellung von Ahornsirup aus Ahornsaft

5. Bedeutung in der Baumsymbolik und Mythologie

8. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

10. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

1. Definition und Merkmale

 

In der Botanik zählen die Ahorne (botanisch: Acer) zur Pflanzenfamilie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) und sind verwandt mit den Rosskastanien.

Die Laubbäume werden weltweit ja nach Klassifizierung in 100 bis 200 verschiedene Ahornarten unterteilt, die überwiegend flachwurzelnde Bäume sind (Ausnahme: Bergahorn).

Besonderes Merkmal der Ahorngewächse (Aceraceae) sind ihre fünflappigen Blätter, die Ähnlichkeit mit einer gespreizten Hand haben und gerne mit der Ahornblättrigen Platane verwechselt werden.

Auffallend sind ebenso die Ahorn-Früchte, die zwei lange Flügel aufweisen und deshalb auch Flügelfrüchte genannt werden.

Die Früchte vom Ahornbaum zählen botanisch zu den sog. Spaltfrüchten, die zur Reife durch Spaltung in zwei oder mehrere Teilfrüchte zerfallen.

Die Wuchshöhe der verschiedenen Ahornbäume (englisch: maple trees) variiert sehr stark und sie wachsen als sommergrüne Kleinbäume, mittelgroße Bäume, Großbäume und Sträucher. Wie die Eiche kann auch der Ahorn (Bergahorn) ein hohes Alter von bis zu 500 Jahren erreichen.

Der meist schnellwachsende Ahorn ist der Laubbaum, der im Herbst als letzter seine Blätter abwirft.

 

Foto von einem mittelgrossen Feldahorn im Sommer
Bild: Mittelgrosser Feldahorn (Acer campestre) im Sommer, Foto: Mike Gallus

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

 

Die folgende Liste zeigt die drei in Mitteleuropa verbreiteten einheimischen Ahornbäume:

 

  • Bergahorn (Acer pseudoplatanus): die häufigste Ahornart in Mitteleuropa

  • Feldahorn (Acer campestre): wächst auch als Wildstrauch und Großstrauch

  • Spitzahorn (Acer platanoides): Kugelahorn 'Globosum' wächst als kleiner Baum mit Kugelkrone

 

In Deutschland wurde der Spitz-Ahorn "Baum des Jahres" im Jahr 1995, der Berg-Ahorn im Jahr 2009. Die Wahl erfolgte durch die Stiftung "Menschen für Bäume" von Dr. Silvius Wodarz und deren Fachbeirat sowie durch das "Kuratorium Baum des Jahres" (KBJ).

In Österreich wählte das "Kuratorium Wald" und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft den Ahorn zum Baum des Jahres 2005.

Dabei wurde die gesamte Pflanzen-Gattung gekürt, innerhalb derer der Bergahorn, der Feldahorn und der Spitzahorn zu den drei heimischen Ahornarten gehören.

Der Feldahorn ist die kleinste einheimische Ahornart und wird im Garten zum Anlegen einer langsam wachsenden, sommergrünen Hecke verwendet und eignet sich auch als Vogelhecke oder freistehender Zierbaum.

Im Karwendelgebirge in Österreich finden sich über 2.000 Exemplare vom Berg-Ahorn, die z.T. 500 Jahre alt sind. So z.B. in den Naturschutzgebieten "Großer Ahornboden" und "Kleiner Ahornboden", zwei geschlossenen Wald-Gebieten der Nordalpen an der Grenze zwischen Bayern (Oberbayern) und Tirol.

Eine Beschreibung und ein Steckbrief mit Fotos zum Bestimmen der verschiedenen Ahornbaumarten folgt in Kürze. Weitere beliebte nicht-einheimische Ahornbaum-Arten, wie man sie auch in der Baumschule als Zierpflanzen kaufen kann, sind:

 

  • Eschenblättriger Ahorn (Acer negundo)

  • Rotblättriger Fächer-Ahorn (Acer palmatum 'Bloodgood'): beliebte winterharte Kübelpflanze

  • Feuer-Ahorn (Acer tataricum ssp. ginnala): eine Unterart vom Tataren-Ahorn (Acer tataricum)

  • Goldahorn (Acer shirasawanum 'Aureum')

  • Japan-/Japanischer Ahorn (Acer japonicum): zahlreiche japanische Sorten

  • Rostbart-Ahorn (Acer rufinerve): auffallende grüne Rinde mit Weisszeichnung

  • Rote Schlangenhaut-Ahorn (Acer capillipes)

  • Schneeballblättriger Ahorn/Schneeball-Ahorn (Acer opalus)

  • Silber-Ahorn (Acer saccharinum)

  • Streifen-Ahorn (Acer pensylvanicum)

  • Zucker-Ahorn (Acer saccharum): auch Amerikanischer Ahorn, kanadischer Ahorn oder Canada-Ahorn (vgl. Flagge von Kanada)

 

Viele dieser Ahornarten waren auch einmal in Europa heimisch, wurden aber durch die Eiszeit verdrängt.

Im Pflanzenhandel und der gärtnerischen Umgangssprache werden die verschiedenen Sorten des Japan-Ahorns (Acer japonicum) und des Fächerahorns (Acer palmatum) sowie der Goldahorn (Acer shirasawanum 'Aureum') auch "Japanischer Zierahorn" genannt.

Weil das Blatt der Ahornblättrigen Platane (Platanus × hispanica) eine ähnliche Form wie das Ahornblatt hat, wird der Baum gerne für einen Ahorn gehalten. Er zählt aber zur Baumart der Platanengewächse (Platanaceae).

 

Bild von einem Ahornblatt des Bergahorns in Grossaufnahme
Bild: Ahornblatt vom Bergahorn (Acer pseudoplatanus) im Frühling Anfang Mai, Foto: Olaf Fries

 

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3. Bedeutung als Rohstoff, Holz und Werkstoff

 

Das gelblich-weiße Ahorn-Holz ist sehr wertvoll und lässt sich vorzüglich polieren und beizen. Es wird z.B. zum Bau von Musikinstrumenten wie der Flöte, Geige, Gitarre, Harfe und Zither verwendet sowie als Klangholz/Tonholz für Schlagzeugkessel. Auch für Möbel wird das Holz der Ahornbäume verarbeitet:

Speziell der Bergahorn liefert gutes Holz für Massiv-Möbel wie Tische (z.B. Couchtische, Esszimmertisch, Fernsehtisch, Schreibtisch, Wohnzimmertisch), Tischplatten, Regale, Schränke, Vitrinen und Furniere.

In Nordamerika findet im Möbelbau außerdem das Holz von Rotahorn und Silberahorn Verwendung. Im Handel kann man diese Ahornholz-Arten als "American Soft Maple" kaufen, weil ihr Holz weicher ist als das Holz vom Zuckerahorn, welches deshalb unter der Bezeichnung "American Hard Maple" verkauft wird.

Mit einer Darrdichte (= Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) von 600 kg pro Kubikmeter (Berg-Ahorn: 640) zählt Ahornholz zum mittelschweren Hartholz.

Aufgrund seiner geringen Abnutzungseigenschaft ist Ahornholz prädestiniert für Arbeitsplatten, Sportgeräte, Spielzeug, Treppen, Fertigparkett und Parkett. Allerdings ist es nicht witterungsbeständig und muß im Außenbereich imprägniert werden.

 

Foto von unbehandeltem Bergahorn-Holz im Profil
Bild: Unbehandeltes Bergahorn-Holz (Acer pseudoplatanus) im Profil

 

Ein sehr beliebtes Parkett-Holz unter den Ahornarten ist dabei Kanadisches Ahornparkett vom Zucker-Ahorn (Acer saccharum) wegen seiner größeren Härte (700 kg pro Kubikmeter) und der charakteristischen weiss-rötlichen Farbe.

Ahornholz lässt sich gut bearbeiten, polieren, lackieren oder färben (beizen) und eignet sich auch gut als Brennholz. Allerdings wird das Holz vom Ahornbaum seltener als Brennholz verwendet, obwohl sein Brennwert bei etwa 1900 kwh/rm liegt.

 

4. Ahornsirup-Herstellung aus Ahornsaft

 

Aus dem Stamm des Zucker-Ahorns (Acer saccharum) und vereinzelt auch des Schwarz-Ahorns (Acer nigrum) und des Rot-Ahorns (Acer rubrum) kann man Ahornsirup (englisch: maple syrup) gewinnen:

Wenn diese Ahornbäume etwa vierzig bis fünfzig Jahre alt sind, wird der Stamm einmal im Jahr im Frühling angeritzt oder angebohrt, sobald die Bäume ihren Saft mit den Nährstoffen aus den Wurzeln zu den Blattknospen hochsteigen lassen.

Das ist der Fall, so lange die Temperaturen in der Nacht knapp unter dem Gefrierpunkt und am Tag knapp darüber liegen, während z.B. Birkensaft (Mahla) erst gewonnen wird, wenn es komplett frostfrei ist.

Um so älter der Ahornbaum ist, um so größer ist die Menge an Ahornsaft (englisch: maple sap), die man gewinnen kann.

 

Foto einer traditionellen Ahornsirup-Gewinnung mit Abflusshahn, um den herausfliessenden Ahornsaft aufzufangen
Bild: Traditionelle Ahornsirup-Gewinnung mit Abflusshahn und Eimer zum Auffangen vom Ahornsaft

 

Bei der Ahornsirup-Gewinnung kann ein Teil des aus dem Baumstamm herausfließenden Saftes aufgefangen werden, ohne dem jeweiligen Laubbaum Schaden zuzufügen.

Aus dem wässrigen Ahornsaft wird nach dem Ernten dann durch Erhitzen bzw. Eindampfen/Eindicken Ahornsirup gewonnen, der botanisch auch als Phloemsaft oder Xylemsaft bezeichnet wird.

Beim Kochen des Ahornsaftes entsteht durch die Karamellisierung des Zuckers das typische Aroma des Ahornsirups und die Farbe.

Um einen Liter eingedickten Ahornsirup mit 60% Zucker-Anteil herzustellen, werden 40 bis 50 Liter Ahornsaft benötigt.

Das entspricht auch der Zapfmenge, die ein Baum dauerhaft pro Jahr abgeben kann. Allerdings ist durch die aufwendige Herstellung und geringe Ausbeute Ahornsirup relativ teuer.

Der Preis hängt dabei von der Qualität des Ahornsirups ab, die sich in Farbe und Geschmack ausdrückt: um so später der Ahornsaft geerntet wird, um so dunkler ist er und um so stärker ist der karamellartige Ahorn-Geschmack.

 

Foto von einem modernen Ahornsirup-Zapfhahn in einer Ahornrinde auf einer Farm, der mit einem Kunststoff-Pipeline-Schlauch verbunden ist
Bild: Modernes Ahornsirup-Zapfhahn-System mit Pipeline auf einer Farm

Foto von einer Flasche Ahornsirup vom Grad C aus der Provinz Quebec in Kanada
Bild: Flasche mit Ahornsirup Grad C

Die Qualität von Ahornsirup wird nach seiner Lichtdurchlässigkeit bestimmt. Folgende Qualitätsgrade werden in Kanada unterschieden:

 

  • Qualitätsgrad AA (No. 1 Extra light): Lichtdurchlässigkeit 75 bis 100%

  • Qualitätsgrad A (No. 1 Light): Lichtdurchlässigkeit 60,5 bis 75%

  • Qualitätsgrad B (No. 1 Medium): Lichtdurchlässigkeit 44 bis 60,5%

  • Qualitätsgrad C (No. 2 Amber): Lichtdurchlässigkeit 27 bis 44%

  • Qualitätsgrad D (No. 2 Dark): Lichtdurchlässigkeit 0 bis 27%

 

Je heller der Ahornsirup ist, um so früher wurde der Ahornsaft abgezapft, um so weniger unerwünschte Inhaltsstoffe sind enthalten und um so milder und hochwertiger ist er.

Die beste Qualität weist also der helle Ahornsirup vom Grad AA auf. Weil dieser im Februar hergestellte Sirup nicht aus Kanada exportiert wird, kann man in Deutschland und Europa nur Ahornsirup von Grad A, Grad B oder Grad C kaufen.

Der im April hergestellte dunkle Ahornsirup Grad D weist die geringste Qualität auf und ist wegen seines sehr kräftigen Geschmacks nur zum Backen, Kochen und für die industrielle Weiterverarbeitung gedacht.

Der im Vergleich zu Birkensirup mildere Ahornsirup schmeckt süßlich-karamellartig und wird als natürliche Alternative zu Honig oder Stevia verwendet:

Sei es zum Süßen von Getränken wie Tee und Fruchsäften oder von Dessert-Speisen wie Eis, Flakes, Joghurt, Kekse, Kuchen, Lebkuchen, Muffins, Müsli, Obstsalat, Pfannkuchen (Pancakes, Eierkuchen), Pralinen, Plätzchen oder Waffeln.

 

Foto wie mit einer Schöpfkelle auf Pancakes, auch Pfannkuchen oder Eierkuchen, auf einem weissen Teller Ahornsirup übergossen werden
Foto: Pfannkuchen (auch Pancakes, Eierkuchen) mit Ahornsirup

 

Auch Ahornsirup-Bonbons lassen sich einfach selbst herstellen. Im Vergleich zu Honig und Zucker enthält Ahornsirup mindestens ein Drittel weniger Kalorien und Kohlenhydrate. Er eignet sich daher auch zum Abnehmen bei Diäten und in sparsamer Verwendung auch zum Süßen bei Diabetes.

Nicht umsonst ist Ahornsirup ein Bestandteil der Zitronensaft-Diät, bei der Ahornsirup, Chili und Zitrone (mit Wasser verdünnter Zitronensaft) vermischt und drei Mal täglich getrunken wird. Die Zitronensaft-Diät kann auch mit Cayennepfeffer statt Chili zur Steigerung der Fettverbrennung erfolgen.

Ahornsirup enthält in seiner Zusammensetzung hauptsächlich natürlichen Zucker (Saccharose) sowie etwas Glucose, Fructose und Eiweiß. Ferner Vitamine und Mineralien wie Calcium, Eisen, Kalium und Magnesium.

Außerdem ist Ahornsirup frei von Cholesterin, Gluten und Laktose, weshalb er in Kanada und Nordamerika in der Summe seiner Inhaltsstoffe als gesund gilt.

In Kanada in der Provinz Quebec werden auch etwa 4/5 der weltweiten Menge von Ahornsirup gewonnen. Ein kleines Fördergebiet befindet sich außerdem im Bundesstaat Vermont in den USA.

 

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5. Bedeutung in der Gartenkunst

 

In China und Japan ist Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") seit Hunderten von Jahren eine spezielle Form der Gartenkunst, bei der Bäume und Sträucher mit kleinen Blättern oder Nadeln durch einen speziellen Formschnitt und Rückschnitt als Topfpflanzen oder im Kübel klein gehalten werden.

Für Bonsai kommen neben Nadelbaumarten wie Fichtenbäumen, Hemlocktannen, Lärchen, Kiefernbäumen (Föhren) und Wacholder-Bäumen auch Laubbaumarten wie Ahornbäume, Buchen oder Ulmen in Frage.

Besonders geeignet für Bonsai bei den Ahornen sind Roter Fächerahorn/Japanischer Ahorn (Acer palmatum), Dreispitz-Ahorn (Acer buergerianum), Feld-Ahorn (Acer campestre), Felsen-Ahorn (Acer monspessulanum) oder Spitz-Ahorn (Acer platanoides).

 

Foto von einem Dreispitz-Ahorn-Bonsai in einem kunstvoll bemalten Kübel-Gefäß im National Bonsai and Penjing Museum in Washington
Bild: Dreispitz-Ahorn-Bonsai (Acer buergerianum) im National Bonsai & Penjing Museum (Washington)

 

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6. Bedeutung in der Baumsymbolik und Mythologie

 

In der Baumsymbolik wurden dem Ahornbaum in früheren Zeiten Schutzkräfte gegen Hexen, böse Geister und Vampire zugeschrieben, weshalb er auch als schützender Hausbaum in Hausnähe beliebt war. Am Johannistag geschnittene Ahornzweige sollten außerdem gegen Blitz-Einschläge in Häuser schützen.

In der griechischen Mythologie war der Ahorn dem Kriegsgott Ares geweiht. Auch das trojanische Pferd, das Epeios auf den Rat von Odysseus sowie mit der Hilfe der Göttin Pallas Athene baute und mit dem die Griechen die Stadt Troja eroberten, soll aus Ahorn-Holz bestanden haben.

Von historischer Bedeutung ist der Ahornbaum auch in der Schweiz, wo in der Graubündner Gemeinde Trun der sog. "Ahorn von Trun" im "Ehrenhof des Grauen Bundes" steht.

Dort fand im Jahre 1424 neben der Kapelle St. Anna (rätoromanisch: Caplutta Sontga Onna) die Gründung des "Grauen Bundes" statt.

Dem Friedens-Bündnis bzw. Freistaat traten damals mehrere bis dato zerstrittene Gemeinden auf dem Gebiet des heutigen Kantons Graubünden bei. Der "Graue Bund" bestand bis zum Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft im Jahr 1789.

Hinweis: Der heutige Bergahorn in Trun wurde im Jahre 1870 aus einem Schössling des ursprünglichen Ahornbaumes neu gepflanzt, nachdem der ursprüngliche 500 Jahre alte Ahorn durch einen Sturm umfiel.

 

Gemälde von 1876 des schweizer Malers Johann Rudolf Bühlmann mit dem Ahorn von Trun vor der Kapelle Sankt Anna und den
Bild: Gemälde des Schweizer Malers Johann Rudolf Bühlmann (1812-1890), das den Ahorn von Trun und die Kapelle St. Anna um ca. 1865 vor dem Hintergrund des Berges Piz Nair (3.059 m ü. M.) zeigt

 

Ahorn-Motive sind ferner als Symbole auf Briefmarken z.B. der Deutschen, Schweizerischen und Österreichischen Post oder auf Fahnen und Wappen zu finden.

So haben z.B. Ahornbäume in Kanada sowie in den Bundesstaaten New York, Vermont, West Virginia und Wisconsin im Nordosten der USA eine besondere Bedeutung als Wahrzeichen.

In diesen Staaten ist der Zuckerahorn sehr stark verbreitet, weshalb er zum charakteristischen Staatsbaum bestimmt wurde.

Neben Geldscheinen und Münzen enthält auch die Flagge von Kanada den Ahorn als Symbol: seit 1965 zeigt sie ein rotes Ahornblatt vom Zucker-Ahorn, das die großen Wald-Flächen des Landes symbolisieren soll, die mit dieser Baumart gebildet werden.

Allerdings wurde das Silberahorn-Blatt auf der kanadischen Flagge stark vereinfacht und zeigt ein Ahornblatt mit halb so viel Zacken wie in der Natur, weil dieses Motiv auf wehenden Fahnen als ästhetisch schöner befunden wurde.

In China ist der Ahorn ein Symbol von Amtswürde.

 

Die rot-weisse Flagge von Kanada mit einem Ahornblatt als Symbol
Bild: Flagge von Kanada mit Ahornblatt als Symbol

 

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7. Bedeutung in der Natur und Ökologie

 

Ahornbäume sind mit ihren Blättern, Früchten, Knospen und Samen sowie dem Sirup ein wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren wie Eichhörnchen, Käfer, Mäuse, Rehe, Rothirsche, Schmetterlinge (z.B. Ahorneule) und Vögel (z.B. Finken, Kleiber, Meisen).

Die Blätter vom Ahornbaum enthalten im Herbst rote Farbstoffe (Anthocyane), die nach dem Abfallen verhindern, dass sich andere Pflanzen im nächsten Frühjahr um den Baum herum ansiedeln.

Wie bei zahlreichen anderen Laubbäumen ist auch die Ahorn-Rinde ein bevorzugter Ort für die Ansiedlung von Flechten wie z.B. der Gelbflechte (vgl. weiter unten). Vorausgesetzt die Standort-Bedingungen wie Klima, Luftqualität oder Nährstoffe sind für die jeweilige Flechte gegeben.

 

Foto von Silberahorn-Blättern mit den verschiedenen Färbungen im Herbst
Bild: Die Blatt-Färbungen im Herbst vom Silberahorn (Acer saccharinum), Foto: Mike Gallus

 

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8. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

 

Die medizinische Wirkung vieler Ahornarten ist heute etwas in Vergessenheit geraten, obwohl sie z.B. im alten Ägypten als Heilpflanzen eine wichtige Rolle spielten.

Die Blätter vom Feld-Ahorn haben eine kühlende Wirkung. Das Ahornblatt fand daher traditionell Verwendung bei Insektenstichen, Schwellungen oder Hautentzündungen.

Nach der Heilkräuter-Pionierin Hildegard von Bingen (um 1098 - 1179) sollte ein Bad mit Wasser, in dem vorher Zweige und Ahorn-Blätter gekocht wurde, gegen Fieber helfen. Ebenso im Anschluß daran ein Glas Ahornsirup mit etwas Wein.

 

Foto von einem Silberahorn und Spitzahorn im September
Bilder von links nach rechts: Geschlitzter Silber-Ahorn (Acer saccharinum 'Laciniatum Wieri') und Spitzahorn (Acer platanoides) Ende September in Oberbayern, Foto: Mike Gallus

 

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9. Krankheiten und Schädlinge

 

Schäden und Krankheiten der Äste, Blätter und Rinde vom Ahornbaum werden durch Schädlinge wie Pilze (z.B. Nectria-Arten, Schuppiger Porling, Verticillium- Welke) hervorgerufen, die durch infizierte Werkzeuge zum Schneiden, Wunden an den Wurzeln oder stark nitrathaltige Böden begünstigt werden können.

Auch Insekten-Schädlinge können dem Ahornbaum zusetzen wie z.B. Blattwespen, Borkenkäfer (z.B. Ungleicher Holzbohrer), Gallmilben, Prachtkäfer oder Schmetterlingsraupen (z.B. Blausieb-Falter).

Nicht zu vergessen ein Befall durch die Mistel (Viscum album), ein immergrüner Halbschmarotzer, dessen Unterarten auch Nadelbaumarten wie die Kiefer und Tanne befallen kann.

Allerdings sind nicht alle Blattverfärbungen durch Pilze gefährlich beim Ahorn (z.B. Ahornrunzelschorf, Diplodina-Blattbräune, Weißfleckenkrankheit) und können auch eine regulative Wirkung auf den Baum haben. In diesem Fall ist ein Schneiden der Ahornbäume nicht notwendig.

 

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10. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

Nachfolgend weitere Bilder zum Bestimmen von Ahorn-Bäumen in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Foto von einer braun-grauen, rissigen Ahornrinde von Acer campestre mit Flechten
Bild: Rinde vom Feldahorn (Acer campestre), u.a. mit Gelbflechte in Oberbayern, Foto: Olaf Fries

Foto von einem Ahornblatt der Art Acer pseudoplatanus
Bild: Blatt vom Bergahorn (Acer pseudoplatanus) Ende September in Oberbayern, Foto: Olaf Fries

Foto von rot geäderten Blättern vom Silberahorn
Bild: Silberahorn-Blätter (Acer saccharinum) Mitte September bei München, Foto: Mike Gallus

Foto von einem Fächerahorn in einem kleinen Steingarten Ende August
Bild: Fächer-Ahorn (Acer palmatum) in einem Steingarten Ende August in Oberbayern, Foto: Mike Gallus

Foto von Blättern eines Feldahorn
Foto: Blätter des Feldahorn (Acer campestre)

Foto von gelb werdenden, tief geschlitzten, büschelig und doppelsägezähnig wachsenden Blättern vom Geschlitzten Silberahorn
Bild: Blätter vom Geschlitzten Silber-Ahorn (Acer saccharinum 'Laciniatum Wieri') Ende September in Holzkirchen, Foto: Mike Gallus

Foto von einem Blatt der Art Acer platanoides
Foto: Blatt von einem Spitzahorn (Acer platanoides)

Foto von einem jungen   Ahornbaum der Art Bergahorn oder Acer platanoides
Bild: Junger Ahornbaum (Acer pseudoplatanus), Foto: Olaf Fries

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

Schneeballahorn
In kleinen Gebieten von Deutschland und der Schweiz kommt die Unterart Acer opalus subsp. opalus vor.

 

 

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