Definition und Merkmale
In der Botanik zählen die Ahorne (botanisch: Acer) zur Pflanzenfamilie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).
Besonderes Merkmal der Ahorngewächse (Aceraceae) sind ihre Blätter, die Ähnlichkeit mit einer gespreizten Hand haben. Ebenso die Ahorn-Früchte, die zwei lange Flügel aufweisen und deshalb auch Flügelfrüchte genannt werden.
Die Wuchsgröße der verschiedenen Ahornbäume (englisch: maple trees) variiert sehr stark und sie wachsen als sommergrüne Kleinbäume, mittelgroße Bäume und Großbäume. Wie die Eiche kann auch der Ahorn (Bergahorn) ein hohes Alter von bis zu 500 Jahren erreichen.
Der schnellwachsende Ahorn ist der Laubbaum, der im Herbst als letzter seine Blätter abwirft.
Arten, Sorten, Beispiele
Die folgende Liste zeigt die wichtigsten in Mitteleuropa verbreiteten drei Ahornbäume:
- Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
- Feldahorn (Acer campestre)
- Spitzahorn (Acer platanoides)
Der Spitz-Ahorn wurde "Baum des Jahres" im Jahr 1995, der Berg-Ahorn im Jahr 2009. Die Wahl erfolgte durch die Stiftung "Menschen für Bäume" von Dr. Silvius Wodarz und deren Fachbeirat sowie durch das "Kuratorium Baum des Jahres" (KBJ).
Der Feldahorn wird gerne auch zum Anlegen einer langsam wachsenden, sommergrünen Hecke verwendet und eignet sich auch als Vogelhecke oder als freistehender Zierbaum.
Weitere beliebte nicht-einheimische Ahorn-Arten, wie man sie auch in der Baumschule als Zierpflanzen kaufen kann, sind:
- Eschenblättriger Ahorn (Acer negundo)
- Rotblättriger Fächer-Ahorn (Acer palmatum 'Bloodgood'): beliebte winterharte Kübelpflanze
- Feuer-Ahorn (Acer tataricum ssp. ginnala)
- Goldahorn (Acer shirasawanum Aureum)
- Japan-Ahorn (Acer japonicum): zahlreiche japanische Sorten
- Rostbart-Ahorn (Acer rufinerve): auffallende grüne Rinde mit Weisszeichnung
- Rote Schlangenhaut-Ahorn (Acer capillipes)
- Schneeballblättriger Ahorn/Schneeball-Ahorn (Acer opalus)
- Streifen-Ahorn (Acer pensylvanicum)
- Zucker-Ahorn (Acer saccharum): auch Amerikanischer Ahorn, kanadischer Ahorn oder Canada-Ahorn (vgl. Flagge von Kanada)
Viele dieser Ahornarten waren auch einmal in Europa heimisch, wurden aber durch die Eiszeit verdrängt.

Bedeutung als Rohstoff und Werkstoff
Das Ahorn-Holz ist sehr wertvoll und wird zum Bau von Musikinstrumenten wie der Geige oder der Gitarre verwendet. Auch für Möbel wird das Holz der Ahornbäume gerne verarbeitet.
Speziell der Bergahorn liefert gutes Holz für Massiv-Möbel wie Tische (z.B. Couchtische, Esszimmertisch, Fernsehtisch, Schreibtisch, Wohnzimmertisch), Regale, Schränke, Vitrinen, Furniere oder Fertigparkett, Parkett und eignet sich auch hervorragend als Brennholz.
Mit einer Darrdichte (= Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) von 600 kg pro Kubikmeter (Berg-Ahorn: 640) zählt Ahornholz zum Hartholz.
Ein sehr beliebtes Parkett-Holz unter den Ahornarten ist wegen seiner größeren Härte (700 kg pro Kubikmeter) und der charakteristischen weiss-rötlichen Farbe Kanadisches Ahorn vom Zucker-Ahorn.
Aus dem Stamm des Zucker-Ahorns wird auch Ahornsirup gewonnen: Wenn der Ahornbaum gut 50 Jahre alt ist, kann der Stamm im Frühjahr angeritzt und der herausfliessende Saft aufgefangen werden.
Bedeutung in der Baumsymbolik und Mythologie
In der Baumsymbolik wurden dem Ahornbaum in früheren Zeiten Schutzkräfte gegen Hexen zugeschrieben. Am Johannistag geschnittene Ahornzweige sollten außerdem gegen Blitz-Einschläge in Häuser schützen.
In der griechischen Mythologie soll das trojanische Pferd, das Epeios auf den Rat von Odysseus sowie mit der Hilfe der Göttin Pallas Athene baute und mit dem die Griechen die Stadt Troja eroberrten, aus Ahorn-Holz bestanden haben.
Der Ahorn und die Ahornblätter werden auch oft als Symbole für Briefmarken, Fahnen und Wappen verwendet. So enthält die Flagge von Kanada z.B. seit 1965 ein rotes Ahornblatt vom Zucker-Ahorn als symbolische Bedeutung für die großen Wald-Flächen des Landes. In China ist der Ahorn ein Symbol von Amtswürde.

Bedeutung in der Gartenkunst
In China und Japan ist Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") seit Hunderten von Jahren eine spezielle Form der Gartenkunst, bei der Bäume und Sträucher mit kleinen Blättern oder Nadeln durch einen speziellen Formschnitt und Rückschnitt klein gehalten werden.
Für Bonsai kommen neben Nadelbaumarten wie Fichten, Hemlocktannen, Lärchen, Kiefernbäumen (Föhren) und Wacholder-Bäumen auch Laubbaumarten wie Ahornbäume, Buchen oder Ulmen in Frage.
Besonders geeignet für Bonsai bei den Ahornen sind Roter Fächerahorn/Japanischer Ahorn (Acer palmatum), Dreispitz-Ahorn (Acer buergerianum), Feld-Ahorn (Acer campestre), Felsen-Ahorn (Acer monspessulanum) oder Spitz-Ahorn (Acer platanoides).
Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde
Die Blätter vom Feld-Ahorn haben eine kühlende Wirkung und fanden daher traditionell Verwendung bei Insektenstichen, Schwellungen oder Hautentzündungen.
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