Nadelbäume und Koniferen
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition

3. Bestimmung nach Wuchshöhe

5. Besonderheiten von Blüten und Samen

7. Warum werden die Nadeln im Winter behalten ?

9. Welcher Nadelbaum wirft seine Nadeln ab ?

11. Bedeutung in der Gartenkunst

13. Bedeutung in Medizin und Naturheilkunde

15. Schnellwachsend / Langsam wachsend

 

 

2. Arten, Sorten, Beispiele

4. Bestimmen botanischer Pflanzenfamilien

6. Besonderheiten der Bestäubung

8. Besonderheiten der Nadeln

10. Ökologische Bedeutung

12. Bedeutung als Holz und Rohstoff

14. Rekorde und Superlative

 

1. Was sind Nadelbäume ? Eine Definition

 

Der Nadelbaum zählt in der Botanik zur Gruppe der Nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae, Nacktsamer, Gymnospermen), bei denen der Samen bzw. die Samenanlage nicht von einem Fruchtknoten eingeschlossen ist und frei auf den Schuppen liegt.

Nadelbäume (englisch: conifers) bilden im Unterschied zu Laubbäumen keine Früchte aus, sondern entwickeln aus den (weiblichen) Blüten Zapfen.

Anstelle von Laubblättern tragen sie außerdem Nadelblätter, die mit Ausnahme der Lärchen (Larix) und Goldlärchen (Pseudolarix) mehrjährig und immergrün am Baum bleiben.

Die Bestimmung der Nadelbäume und Nadelgewächse erfolgt über ihre Rinde, Blüten, Nadeln und Zapfen.

Der Nadelbaum zählt zu den pflegeleichtesten Gartenpflanzen. Nadelgehölze sollten jedoch sparsam im Garten gepflanzt werden, da sie den Boden versäuern und damit zu einer Moos-Bildung auf Rasen und Wiese führen können.

 

Foto einer Latschenkiefer, Europäischen Lärche und Tanne in Oberbayern
Bild: Latschenkiefer, Europäische Lärche und Weiss-Tanne

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

 

Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Nadelbaumarten und heimischen Nadelbäume in Deutschland, wie man sie auch in der Baumschule kaufen kann:

 

  • Douglasie (Pseudotsuga)

  • Eibe (Taxus): einheimischer Nadelbaum, der auch als Großstrauch wachsen kann

  • Fichte (Picea): Gemeine Fichte, Rotfichte

  • Goldlärche (Pseudolarix amabilis): sommergrüner Nadelbaum

  • Hemlocktanne (Tsuga): auch Schierlingstanne, harzloser Nadelbaum

  • Kiefer/Föhre (Pinus): inkl. Bergkiefer und Waldkiefer

  • Lärche (Larix): sommergrüner Nadelbaum, im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt

  • Lebensbaum (Thuja)

  • Mammutbaum (Sequoioideae): → die größte Pflanze der Welt

  • Scheinzypresse (Chamaecyparis)

  • Sicheltanne (Cryptomeria)

  • Tanne (Abies)

  • Wacholder (Juniperus): kann auch als Großstrauch wachsen und ist ein beliebter Früchtetee

  • Zeder (Cedrus)

  • Zypresse (Cupressus)

 

Unter den genannten Nadelbaum-Arten sind einige auch zum Anlegen einer immergrünen Nadelhecke geeignet.

Zu beachten ist, dass Nadelgehölze wie die Eibe und der Lebensbaum in ihren Nadeln oder in ihrer Rinde Pflanzengifte enthalten und zu den Giftpflanzen zählen.

Eine Beschreibung, Bilder und ein Steckbrief mit den Eigenschaften zum Bestimmen der genannten Nadelbaum-Arten folgt in Kürze.

 

3. Bestimmung nach Wuchshöhe

 

Die nachfolgende Übersicht zeigt drei Unterteilungen, bis zu welcher Höhe ein Nadelbaum wachsen kann. Nach der jeweiligen Baumgröße unterteilen sich heimische Nadelbäume in:

 

 

Hinweis: Welche Wuchshöhe im Garten tatsächlich erreicht wird, hängt immer auch vom Standort und den klimatischen Bedingungen ab.

Langsam wachsende, kleine Nadelbäume eignen sich auch als mobile Kübelpflanzen für den Balkon, die Terrasse oder den Wintergarten (→ Zu den Beispielen).

 

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Nadelbäume im naturgeschützten Moos-Gebiet vorm Kirchsee in Oberbayern
Foto: Wald mit Nadelbäumen im Naturschutz-Moor am Kirchsee in Oberbayern Ende April

 

4. Bestimmung botanischer Pflanzenfamilien

 

Im Rahmen der botanischen Taxonomie lassen sich die folgenden drei einheimischen Pflanzenfamilien innerhalb der Nadelholzgewächse (Pinophyta) bzw. Nadelbäume bestimmen:

 

  • Eibengewächse (Taxaceae): Eiben (Taxus)

  • Kieferngewächse (Pinaceae): Douglasien (Pseudotsuga), Fichten (Picea), Goldlärche (Pseudolarix), Hemlocktannen (Tsuga), Kiefern (Pinus), Lärchen (Larix), Tannen (Abies), Zedern (Cedrus)

  • Zypressengewächse (Cupressaceae): Lebensbäume/Thujen (Thuja), Mammutbäume (Sequoioideae), Scheinzypressen (Chamaecyparis), Sicheltannen (Cryptomeria japonica), Wacholder (Juniperus), Zypressen (Cupressus)

 

Insgesamt gibt es sieben Nadelbaum-Familien weltweit. Allerdings sind die zuvor ungenannten Familien in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht heimisch, sondern auf der Südhalbkugel der Erde.

Zu nennen sind hier die Nadelbaumarten der Araukariengewächse (Araucariaceae), der Kopfeibengewächse (Cephalotaxaceae), der Schirmtannengewächse (Sciadopityaceae) mit ihrer einzigen (monotypischen) Art und Gattung der Schirmtanne (Sciadopitys verticillata) und die Steineibengewächse (Podocarpaceae).

Wie viele Nadelbaumarten gibt es weltweit ? Je nach Klassifizierung können etwa 650 bis 800 Arten auf der Erde unterschieden werden.

 

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5. Besonderheiten der Blüten und Samen

 

Bei den Nadelbäumen befinden sich männliche und weibliche Blüten niemals an ein und demselben Blütenstand, sondern sie sind immer auf getrennte Zapfen verteilt.

Unterschieden werden dabei die sogenannte Einhäusigkeit (Monözie) und Zweihäusigkeit (Diözie):

Die Mehrheit der Nadelbaum-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), d.h. männliche und weibliche Blüten befinden sich getrennt voneinander auf einem Baum.

Wacholder (Juniperus) und Weiden (Salix) sind mit Ausnahme weniger Arten zweihäusig getrenntgeschlechtlich (diözisch) mit männlichen und weiblichen Blüten an verschiedenen Bäumen.

Außerdem gibt es wenige Nadelbaumarten wie die Europäische Eibe (Taxus baccata), die Echte Trauerweide (Salix babylonica) oder den Gemeinen Wacholder (Juniperus communis), die eigentlich zweihäusig sind, aber in seltenen Fällen auch einhäusig vorkommen.

Wenn die Zapfen reif sind, verholzen die Samen- und Deckschuppen. Der Samen liegt dann frei zwischen dem verholzten Kegel und den sich aufspreizenden Schuppen. Die geflügelten Samen fallen aus den Zapfen heraus und werden vom Wind verweht. Schließlich fallen die leeren Zapfen als Ganzes auf die Erde.

 

Foto von weiblichen Bergkiefer-Zapfen
Bild: Weibliche Zapfen einer Bergkiefer (Pinus mugo)

 

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6. Besonderheiten der Bestäubung: "Vom Winde verweht"

 

Alle Nadelbäume haben sog. anemogame Blüten (→ Anemogamie) ohne Blütenblätter und sind wie die Gräser windblütig.

Das bedeutet, daß beim Nadelbaum nur eine Windbestäubung zum Fortbestand der Arten stattfindet, während beim Laubbaum die Bestäubung auch Tiere (z.B. Bienen) bestimmen können.

Allerdings können auch bei den Nadelbaumarten Tiere wie das Eichhörnchen oder der Fichtenkreuzschnabel bei der Nahrungssuche zur Verbreitung der Samen beitragen.

Diese Bestäubung wäre aber rein zufällig im biologischen Befruchtungskonzept der Nadelbäume, die wegen ihrer kleinen, nektarlosen, geruchslosen und unauffälligen Blüten in erster Linie auf Windbestäubung angewiesen sind.

Die anemogamen Blüten aller Nadelbäume produzieren dabei eine sehr große Menge an Pollen, wovon besonders Allergiker in der Pollenzeit geplagt werden.

Die Pollen der Nadelbäume haben keinen Pollenkitt und große frei liegenden Narben, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass bei der ungerichteten Windbestäubung die Pollen auf eine weibliche Blüte der gleichen Art gelangen können.

Der Samen bestimmter Nadelbaum-Arten kann auch im Boden überwintern und keimt dann erst angeregt durch die Winterkälte im nächsten Frühjahr.

 

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7. Warum behalten Nadelbäume im Winter ihre Nadeln ?

 

Wie die Laubblätter beim Laubbaum sind auch die Nadeln beim Nadelbaum für die Photosynthese und damit für die Nährstoffgewinnung zuständig.

Die Nadeln der Nadelbäume sind wegen ihrer kleineren Oberfläche im Vergleich zu den Blättern der Laubbäume besser gegen Frost und Kälte geschützt.

Nadeln sind auch robuster als Blätter, benötigen weniger Nährstoffe und sind durch eine Harzschicht bzw. Wachsschicht (Cuticula) im Winter besser vor Verdunstung, Austrocknung und Frost geschützt.

Die Wachsschicht der Nadeln und die im Gegensatz zu Laubbäumen versenkten Spaltöffnungen verhindern letztlich, daß die Bäume im Winter austrocknen, wenn über die Wurzeln kein gefrorenes Wasser aufgenommen werden kann.

Durch die größere Oberfläche von Laubblättern gegenüber Nadeln können Laubbäume eine größere Photosynthese umsetzen und wachsen im Durchschnitt schneller als Nadelbäume. Dafür benötigen sie aber auch nährstoffreichere und feuchtere Böden als Nadelbäume.

 

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8. Besonderheiten der Nadeln

 

Die Nadeln der verschiedenen Nadelbaumarten unterscheiden sich z.T. markant hinsichtlich ihrer Länge, ihres maximal erreichbaren Alters oder auch der Spitzigkeit.

So weisen z.B. Kiefernnadeln die höchste Länge auf, während Tannennadeln das höchste Alter unter allen Nadelbaumarten erreichen.

Und Eibennadeln oder Douglasiennadeln sind z.B. weich, biegsam und stumpf, während Kiefernadeln überwiegend spitz und starr sind.

 

Foto von dem Zweig Zapfen und langen Nadeln einer Waldkiefer
Bild: Zweig einer Waldkiefer (Pinus sylvestris) mit Zapfen und langen Nadeln

 

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9. Welcher Nadelbaum wirft seine Nadeln ab ?

 

Die Nadeln von einem Baum können wie z.B. bei der Tanne bis zu zehn Jahre alt werden und fallen das ganze Jahr über in der Reihenfolge ihres Alters ab. Gleichzeitig wachsen das ganze Jahr über neue Nadeln nach.

Die Lärche und die Goldlärche sind die in Deutschland meist verbreiteten Nadelbäume, die nicht immergrün sind und ihre Nadeln im Herbst und Winter abwerfen.

Ursache dafür ist, dass ihre Nadeln nicht wie bei den anderen Nadelholzgewächsen durch eine Wachsschicht geschützt sind, die sowohl ein Austrocknen bei Kälte als auch eine Wasseraufnahme bei Frost verhindert.

Hinzukommt, dass bei Lärche und Goldlärche die Spaltöffnungen der Nadeln nicht versenkt sind und über diese bei der Photosynthese Wasser bzw. Wasserdampf abgegeben wird.

Ein weiterer sommergrüner Nadelbaum ist der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), der auch Chinesisches Rotholz oder Wassertanne genannt wird.

Dieser einzige Vertreter innerhalb der Metasequoia-Baumgattung zählt ähnlich wie der Gingko-Baum oder die Baumfarne (verholzende Farnarten in den Tropen) aufgrund seines Jahrmillionen zurückreichenden Vorkommens auf der Erde zu den lebenden Fossilien.

 

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10. Ökologische Bedeutung

 

Nadelbäume sind anfällig für Krankheiten durch Luftschadstoffe, weil sie beispielsweise im Vergleich zu Laubbäumen ihre Nadeln jahrelang behalten und sie nicht jährlich regenerieren.

Nadelbäume bieten aus ökologischer Sicht Insekten (z.B. Bienen, Schmetterlinge) und Vogelarten deutlich weniger Lebensraum und Nahrung als Laubbäume. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Nadelbaum-Marienkäfer, der vorzugsweise im Nadelwald mit Fichten, Tannen und Kiefern vorkommt.

Exzessives Pflanzen von nicht-heimischen Nadelbäumen kann jedoch zu einem Rückgang vieler Singvogel-Arten führen, weil diese auf einheimische Laubsträucher und Laubbäume angewiesen sind.

Wer also viele Vögel und Schmetterlinge in seinem Garten haben möchte, sollte wenig Nadelbäume pflanzen und anstelle dessen Laubbäume, Vogelsträucher/Vogelhecken und Schmetterlingshecken bzw. Sträucher für Schmetterlinge (vgl. Schmetterlingsgärten).

Nadelbäume sind allerdings ein wichtiger Lebensraum für Moose und Flechten, die sich auf ihrer zumeist sauren Rinde ansiedeln.

 

Foto von einer blass-dunkelgrünen Blasenflechte auf dem Ast einer Europäischen Lärche
Bild: Blasenflechte (Hypogymnia physodes) auf dem Ast einer Europäischen Lärche (Larix decidua)

 

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11. Bedeutung in der Gartenkunst

 

In China und Japan ist Bonsai (auf deutsch: die "Anpflanzung in der Schale") seit Hunderten von Jahren eine spezielle Form der künstlerischen Gartengestaltung, bei der Bäume und Sträucher mit kleinen Nadeln durch einen speziellen Formschnitt und Rückschnitt klein gehalten werden.

Für Bonsai eignen sich Nadelbaumarten wie die Eiben (Taxus), Fichten (Picea), Hemlocktannen (Tsuga), Kiefernbäume/Föhren (Pinus), Lärchen (Larix) und der Wacholder (Juniperus).

Allerdings eignen sich auch kleinblättrige Laubbaumarten wie Ahornbäume (Acer), Buchen (Fagus), Eschenbäume (Fraxinus) und Ulmen (Ulmus) zur Kultivierung als Bonsai.

 

Foto von einer großen Bonsai-Eibe
Bild: Bonsai-Eibe (Taxus baccata), Foto: Mike Gallus

 

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12. Bedeutung als Rohstoff und Holz

 

Das Holz der Nadelbäume ist relativ weich und zählt mit Ausnahme der Schwarzkiefer zum Weichholz mit einer Darrdichte von weniger als 550 kg pro Kubikmeter.

Wofür wird Weichholz verwendet?

Das Nadelbaumholz wird bevorzugt dort eingesetzt, wo ein geringes Gewicht und eine einfache Bearbeitung von Oberflächen von Bedeutung sind (z.B. für leichte Möbel auch mit Ornamenten und Schnitzereien oder im Innenausbau für Holzdecken, Türen und Wände).

Hinzukommt, dass Weichholz meistens heller ist als Hartholz und sich seine Oberfläche leichter mit Farbe, Öl oder Wachs behandeln läßt.

Weil Weichholz schneller nachwächst als Hartholz, ist es preiswerter und findet deshalb auch als Bauholz Verwendung.

Wegen seiner geringeren Dichte brennt Nadelbaum-Holz schneller ab als hartes Laubbaum-Holz. Allerdings weist es durch den hohen Harz-Anteil einen höheren Brennwert pro kg auf.

Das Weichholz der Nadelhölzer wärmt deshalb schneller den Wohnraum auf (bezogen auf Volumeneinheiten ist der Brennwert von Laubbäumen wegen der höheren Dichte höher).

 

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13. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

 

Nadelbäume finden traditionell Verwendung als Heilpflanzen in der Medizin und Naturheilkunde wie z.B. bei der Benediktinerin und Kräuter-Gelehrten Hildegard von Bingen (ca. 1098 - 1179) im Mittelalter und beim Schweizer Arzt Paracelsus (ca. 1494 - 1541) zu Beginn der Neuzeit.

Denn die ätherischen Öle von Nadelbaumarten wie Fichte, Kiefer (Latschenkiefer) oder Tanne haben nicht nur eine erfrischende, sondern auch eine desinfizierende Wirkung.

Sie werden deshalb gerne in der Sauna als Zusatz für ein Salz-Peeling beim Salzaufguss oder als würzig-aromatischer Saunaduft verwendet. Oder auch in der Aromatherapie, für Badezusätze, Parfüms, Seifen und Dampfbäder.

 

 

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14. Rekorde und Superlative

 

Die häufigsten Nadelbäume in Deutschland sind die Fichte und die Kiefer: Dabei nimmt die Gemeine Fichte (Picea abies) 26% der deutschen Waldfläche ein und ist damit der häufigste Nadelbaum, dicht gefolgt von der Gemeinen Kiefer (Pinus sylvestris), mit ca. 23% der zweithäufigste Nadelbaum.¹

Fichten und Kiefern zählen damit nicht nur zu den häufigsten einheimischen Nadelbaumarten in Deutschland, sondern vor den häufigsten Laubbäumen wie der Buche und der Eiche auch zu den häufigsten Bäumen in Deutschland`s Wäldern.¹

Die größten Zapfen der Welt bei Nadelbäumen findet man bei der Zuckerkiefer (bis 60 cm lang und 25 cm breit), die mit Wuchshöhen um die 80 Meter auch die höchste aller Kiefernarten ist.

 

Foto von den Riesen-Zapfen einer Zuckerkiefer
Bild: Riesen-Zapfen einer Zuckerkiefer (Pinus lambertiana)

 

Die ältesten Nadelbäume bzw. Nadelgehölze auf der Welt sind die Ableger einer schwedischen Fichte (ca. 9.500 Jahre alt) im Nationalpark Fulufjället und eine Langlebige Kiefer (Pinus longaeva) mit dem Namen "Methuselah" (5.062 Jahre alt) in den White Mountains, einem Hochgebirge in Kalifornien.²

Ferner ein Mammutbaum/Riesenmammutbaum in den USA (ca. 3.600 Jahre alt), einige algerische Zypressen (ca. 4.000 Jahre) im Tassili-Gebirge oder auch Zedern, die bis zu 2.500 Jahre alt werden können.

Die Douglasie, Gemeine Fichte und die Weiß-Tanne zählen mit Wuchshöhen von 40 bis 65 Metern zu den größten einheimischen Nadelbäumen und Bäumen in Europa (vgl. Großbäume).

So gelten auch drei Douglasien in Baden-Württemberg mit einer Wuchshöhe von über 63 Metern als höchste Nadelbäume in Deutschland.

Zwei Exemplare ("Waldtraut vom Mühlenwald" und "Douglasie Nr. 3") befinden sich in Freiburg im Breisgau (Schwarzwald) und ein anderes Exemplar im Odenwald in Eberbach (Region Rhein Neckar).

Nach aktueller Laservermessung soll die Douglasie "Waldtraut vom Mühlenwald" im Freiburger Stadtwald dabei nicht nur der höchste Nadelbaum, sondern auch der höchste Baum in Deutschland sein.

Im Schlosspark von Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis befindet sich eine ca. im Jahre 1720 gepflanzte Libanon-Zeder (Cedrus libani), die vermutlich die älteste und größte Zeder in Deutschland ist.

Der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) gilt als der höchste Nadelbaum auf der Erde und die größte Pflanze auf der Welt.

Als höchste Exemplare dieser Mammutbäume, die gleichzeitig auch die höchsten Bäume der Welt sind, können z.B. zwei Bäume in Kalifornien genannt werden:

 

  • "Stratosphere Giant" im Humboldt Redwoods State Park (Stammhöhe 112,87 Meter, zweithöchster Baum auf der Erde) und
  • "Hyperion" im Redwood-Nationalpark (Stammhöhe 115,55 Meter, aktuell höchster Baum auf der Welt)

 

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15. Schnellwachsende und langsam wachsende Nadelbäume

 

Wer auf der Suche nach sehr langsam wachsenden Bäumen im Garten ist, der sollte eine Gewöhnliche Eibe (Taxus baccata), Grannen-Kiefer (Pinus aristata), Korea-Tanne (Abies koreana), Nobilis-Tanne (Abies procera, Syn.: Abies nobilis) oder Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana) pflanzen.

Wer auf der Suche nach schnellwachsenden Bäumen ist mit mehr als 30 cm Längenwachstum im Jahr, der sollte eine Gemeine Fichte (Picea abies), Koloradotanne (Abies concolor) oder Große Küstentanne (Abies grandis) pflanzen. Auch die Waldkiefer (Pinus sylvestris) zählt zu den schnellwachsenden Nadelbäumen.

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

¹ Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2011 der Wälder in Deutschland für einzelne Baumarten vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, S.6, 8, 13, 16 (→ zum PDF).

² Vgl. Liste vom Rocky Mountain Tree-Ring Research, eine 1997 gegründete nicht-kommerzielle Organisation in den Rocky Mountains, die sich auf die Erfassung und Bestimmung von Jahresringen der Nadelbäume und Laubbäume in den USA spezialisiert hat.