Giftbäume - giftige Bäume und Baumarten
 

Was sind Giftbäume? Eine Definition

 

Mit dem Begriff "Giftbaum" sind in diesem Lexikon einheimische, giftige Bäume gemeint, deren Blätter, Früchte oder Rinde Pflanzengiftstoffe enthalten, die bei Lebewesen (Menschen, Tiere) zu Vergiftungen führen können.

Giftbäume (englisch: poisonous trees) zählen wie auch Giftblumen, Giftkräuter, Giftsträucher sowie verschiedene Farne und allergene Flechten zu den Giftpflanzen.

 

Sorten, Arten, Beispiele

 

Die nachfolgende Übersicht enthält eine Liste für giftige Bäume und Baum-Arten in Deutschland gegliedert nach Baumgröße, von denen einige auch als Großstrauch wachsen können:

 

1) Giftige kleine Bäume (Kleinbäume)

 

  • Buchsbaum (Buxus sempervirens): immergrüne Heckenpflanze, der giftige Baum ist in allen Pflanzen-Teilen giftig, aber speziell die Blätter sind mit Vorsicht zu behandeln und enthalten das Alkaloid Cyclobuxin D
     
  • Faulbaum (Rhamnus frangula): alle Pflanzenteile sind giftig durch Anthra-Glykoside bzw. Anthranoide von Emodin (z.B. Frangulin, Glucofrangulin), speziell die Beeren können für kleine Kinder giftig sein
     
  • Gemeiner Goldregen (Laburnum anagyroides): Blätter und Samen enthalten das Alkaloid Cytisin
     
  • Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus): auch Gewöhnlicher Spindelstrauch, Giftpflanze des Jahres 2006, giftig ist der gesamte Baum, aber vor allem die roten Früchte und Samen. Sie enthalten z.B. das Herzglykoside Evonosid oder das Alkaloid Evonin.

 

2) Giftige mittelgroße Bäume

 

  • Europäische Eibe (Taxus baccata): Holz, Nadeln, Rinde, Samen der immergrünen, kleinen Nadelbäume enthalten verschiedene Alkaloide wie z.B. Taxin, wobei die Giftigkeit im Winter größer ist und vom jeweiligen Baum abhängt
     
  • Japanische Eibe (Taxus cuspidata): vgl. giftige Wirkung von Europäischer Eibe
     
  • Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium): Beeren und Blätter sind sehr giftig und enthalten z.B. das Alkaloid Theobromin, Glykoside und giftige Farbstoffe, die Früchte zudem Triterpene und die Blätter Saponine
     
  • Lebensbaum (Thuja occidentalis): der immergrüne giftige Baum enthält das Monoterpen Thujon

  • Gemeine Wacholder (Juniperus communis): schwach giftig sind die Beeren, die Nierenschädigungen zur Folge haben können bei Verzehr größerer Mengen, Baum des Jahres 2002

 

Die genannten kleinen und mittelgroßen giftigen Bäume werden auch gerne als immergrüne Heckenpflanzen im Garten eingesetzt, daher sollte man vor dem Pflanzen mögliche Gefahren für Kleinkinder und Tiere berücksichtigen.

 

3) Giftige große Bäume (Großbäume)

 

  • Gewöhnliche Robinie/Scheinakazie (Robinia pseudoacacia): Borke und Samen von dem giftigen Baum enthalten Lektine (Phasin, Robin) und verschiedene Glycoside, wobei die Giftstoffe in der Borke höher konzentriert sind.

    Die Robinie ist auch für Hunde, Katzen, Nagetiere, Pferde, Vögel (Wellensittiche) und andere Haustiere ein giftiger Baum.

 

Umfang der Giftigkeit von Bäumen

 

Die Frage, welcher Baum giftig ist, hängt stets vom Lebewesen ab (Mensch oder Tier), vom Alter (Erwachsene oder Kinder) sowie vom individuellen Körpergewicht und Gesundheitszustand.

Von großer Bedeutung für die Zuordnung von Bäumen zu den Giftbäumen ist außerdem die Dosis und/oder absolute Menge der aufgenommenen giftigen Pflanzenteile.

Nicht zu vergessen, dass in der Medizin bestimmte Inhaltsstoffe von giftigen Pflanzen in geringer Dosierung auch zur Behandlung von Krankheiten oder für Operationen und zur Betäubung verwendet werden.

Aus diesem Grund verläuft die Grenze zwischen giftigen Pflanzen und Heilpflanzen/Arzneipflanzen meistens fliessend.

Bei Unklarheiten über giftige Bäume und deren Bestimmung kann z.B. das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein kontaktiert werden, das rund um die Uhr telefonische Beratungen über giftige Pflanzen und Toxikologie durchführt.

Weiterführende Informationen über einheimische, giftige Baumarten gibt auch die Giftpflanzen-Broschüre vom Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

 

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