Nussbäume - Der Nussbaum
 

Was sind Nussbäume? Eine Definition

 

Nussbäume (englisch: walnuts) sind in diesem Lexikon Bäume, die für den Menschen essbare Nuss-Früchte tragen (→ weitere Bedeutung ¹). Unter einer Nuss wird im botanischen Sinn eine runde oder ovale Frucht von Pflanzen verstanden, bei der ein ölhaltiger Fruchtkern von einer harten, holzigen Schale umschlossen wird.

Aus Gründen der einfacheren Übersicht sind diese Baumarten in einer eigenständigen Rubrik "Nussbäume" zu finden, auch wenn sie genau genommen wegen ihrer Blätter zu den Laubbaumarten und wegen ihrer Früchte zu den (größten) Obstbaumarten zählen.

Der Nussbaum ist ein auffallend schöner und imposanter Blütenbaum. Er zählt zu den Großbaum-Arten und wird gerne auch als Zierbaum im Garten gepflanzt.

Nussbäume sind selbstbefruchtende, einhäusige Bäume mit weiblichen und männlichen Blüten, die durch den Wind bestäubt werden. Vereinzelt werden die Nussfrüchte auch durch Tiere (z.B. Eichhörnchen, Enten, Mäuse oder Vögel) verschleppt und es entstehen wilde Abkömmlinge.

Der Nussbaum zählt zu den Lichtbaumarten, d.h. er benötigt zum Wachsen einen freien Standort und gedeiht nicht optimal im Schatten von größeren Bäumen (wenngleich er relativ schattentolerant in der Jugend ist). Auch im Alter braucht er viel Licht und Platz für seine Baumkrone.

 

Foto von einem Walnuss-Nussbaum auf einer Wiese in Oberbayern
Bild: Walnuss-Nussbaum auf einer Wiese in Oberbayern, Foto: Olaf Fries

 

Sorten, Arten, Beispiele

 

Die folgende Liste enthält die wichtigsten Nussbaumarten und heimischen Nussbäume in Deutschland, wie man sie auch in der Baumschule kaufen kann:

 

  • Edelkastanie bzw. Esskastanie /Marone (Castanea sativa)
  • Haselnuss bzw. Baum-Hasel (Corylus colurna): auch Haselnussbaum
  • Gemeine Hasel (Corylus avellana)
  • Schwarznuss (Juglans nigra)
  • Echte Walnuss (Juglans regia): → eine Arzneipflanze/Heilpflanze und Baum des Jahres 2008

 

Edelkastanie, Schwarznussbaum und Walnussbaum wachsen freistehend als Großbäume. Die Gemeine Hasel wächst eher selten als Kleinbaum und häufiger als Großstrauch, während die langsam wachsende Haselnuss als mittelgroßer Baum oder Nussstrauch vorkommt.

Entgegen früherer Meinungen sind die Früchte von Schwarznuss und Walnuss botanisch keine Steinfrüchte, sondern zählen zu den Nüssen/Nussfrüchten.

 

Exotische Arten

 

Die folgende Übersicht enthält exotische Nussbaum-Arten, die normalerweise in Deutschland nicht wachsen, und deren Früchte in der Botanik nicht zu den Nüssen zählen:

 

  • Cashewnuss bzw. Kaschu-Nuss (Anacardium)
  • Mandel (Prunus dulcis): in wärmeren Weinbaugebieten von Deutschland pflanzbar
  • Pistazie (Pistacia)

 

Diese eignen sich aber als mobile Kübelpflanzen für den Balkon, die Terrasse oder den Wintergarten.

 

Bedeutung als Rohstoff und Holz-Eigenschaften

 

Wenn im Sprachgebrauch von Nussbaumholz die Rede ist, dann ist das rötlich-braune Holz von Echter Walnuss und Schwarznuss (etwas dunkler) gemeint.

Mit einer Darrdichte (= Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) von etwa 640 kg pro Kubikmeter zählt das Nussbaumholz zum Hartholz.

Das Nussbaumholz ist, obwohl es zu den Massivholz-Arten zählt, relativ leicht und biegefest und eignet sich sehr gut für Profile und glatte Oberflächen.

Nussbäume kommen in Deutschland praktisch nicht als Waldbäume vor und sind dementsprechend selten. Von je her zählt das Holz der Nussbäume deshalb zu den exklusivesten und teuersten Edelhölzern, das man nur für entsprechend hohe Preise kaufen kann.

Nussbaumholz wird gerne für exklusive Massivholz-Möbel wie Tische (Couchtisch, Schreibtisch) und im exklusiven Innenausbau für Fertigparkett/Parkett, Furniere, Holzdecken, Treppen, Türen, Verkleidungen und Wand-Täfelungen verwendet.

Ferner für Musikinstrumente, den Schaft von Gewehren oder für die Innenausstattung von Luxus-Autos.

Im Lebensmittel-Bereich finden die Nussfrüchte und das daraus gewonnene, sehr hochwertige Öl (Haselnussöl, Schwarznussöl, Walnussöl) Verwendung.

 

Foto von einem Nussbaumfurnier aus dem Holz der Schwarznuss
Bild: Nussbaumfurnier aus dem Holz einer Schwarznuss (Juglans nigra)

 

Symbolische, mythologische Bedeutung

 

In der römischen und griechischen Mythologie galten Nüsse als Speise der Götter und waren bei den Griechen dem Gott Zeus und bei den Römern dem Gott Jupiter geweiht.

In der Baumsymbolik sind Nüsse von jeher ein Symbol für Fruchtbarkeit und wurden deshalb bei Hochzeiten dem Brautpaar mit auf den Weg gegeben. Bei der Geburt eines Kindes bzw. Stammhalters wurde als Symbolik der Fruchtbarkeit ein Nussbaum gepflanzt.

 

Ökologische Bedeutung für Tiere und Pflanzen

 

Der Nussbaum ist ökologisch sehr wertvoll, weil er ohne Pflanzenschutzmittel wachsen kann und wegen seiner Nüsse und Nusskerne eine wichtige Nahrunsquelle für Nagetiere (z.B. Eichhörnchen) und Vögel liefert.

Der Walnussbaum ist außerdem ein wichtiger Lebensraum für Flechten, die sich auf seiner Rinde ansiedeln.

Nussbäumen wird nachgesagt, dass sie wegen des bitteren Geschmacks ihrer Blätter und Rinde Fliegen und Mücken abhalten, deshalb wurden sie früher oft in der Nähe von Misthaufen bei Bauernhöfen oder im Haushof gepflanzt.

 

Foto einer geöffneten, reifen Nussfrucht einer Echten Walnuss
Bild: Geöffnete, reife Nussbaumfruch einer Echten Walnuss

 

Tips zum Pflanzen

 

Das Pflanzen von Nussbäumen aus Nusskernen (sog. Wildlinge) birgt die Gefahr, dass der Nussbaum später z.B. schwer zu öffnende und zu kleine Nussfrüchte trägt oder für Krankheiten der Blätter (z.B. Bakterienbrand oder Blattbräune durch Pilze) anfälliger ist.

Wild gepflanzte Nussbäume neigen außerdem oft dazu, dass sie im Frühjahr zu früh austreiben und dann durch Spätfrost geschädigt werden können.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, veredelte Nussbaum-Sorten aus Baumschulen zu pflanzen. Bei der Walnuss sind das z.B. die Sorten Esterhazy II, Franquette, Geisenheim 26 und 139, Hugnuss, Mars, Parisienne, Scharsch oder Wunder von Monrepos.

Bei der Haselnuss kann man z.B. die Sorten 'Hallesche Riesennuss', 'Fertile de Nottingham', 'Webbs Preisnuss', 'Rotblättrige Zellernuss' oder 'Wunder aus Bollweiler' kaufen.

Werden mehrere Nussbäume gepflanzt, dann sollte auf ausreichend Pflanzabstand von mind. 12 mal 12 Metern geachtet werden. Die beste Pflanzzeit in Deutschland für einen Nussbaum ist im Frühjahr oder späten Herbst.

 

Tipps zum Pflegen und Ziehen

 

Will man sich trotz der Nachteile (vgl. oben) selbst Nussbäume ziehen, dann sollte in den ersten Jahren im Rahmen der Baumpflege darauf geachtet werden, dass ein stabiler, gerader Stamm von etwa 2 bis 3 Metern Höhe heranwächst.

Erreicht werden kann das durch Stützen des Baumes mit einem Pfahl und regelmäßiges Schneiden der untersten Äste.

 

Wann sollte man Nussbäume schneiden?

 

Das Schneiden der Nussbäume erfolgt am besten im Spätsommer bzw. Herbst nach der Nussernte. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftfluss der Nussbäume in den Ästen und Zweigen nicht mehr so stark und sie können an den Schnittstellen nicht mehr so viel Saft verlieren bzw. "ausbluten".

Nach dem Schneiden können größere Schnittstellen, wenn sie weitgehend trocken sind, mit Wundwachs bestrichen werden.

Generell gilt allerdings, dass man am besten einen Nussbaum nicht schneiden sollte, weil die Schnittstellen oft Jahre benötigen, bis sie wieder vollständig verschlossen sind.

 

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→ Hier geht es zum Verzeichnis für Gärtner, Gärtnermeister und Landschaftsgärtner in Deutschland

 

¹) Der Name Nussbaum ist auch Firmenname von einem der weltweit führenden Hersteller für Hebebühnen.