Nussbäume - Der Nussbaum
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition

2. Arten, Sorten, Beispiele

3. Bestimmen nach Wuchshöhe

4. Exotische Nussbäume

5. Bedeutung als Rohstoff und Holz-Eigenschaften

6. Bedeutung der Früchte als Lebensmittel

7. Symbolik und Mythologie

8. Ökologische Bedeutung für Flechten und Tiere

9. Pflanzzeit und Tips zum Pflanzen

10. Tipps zur Pflege und zum Ziehen

11. Wann werden Nussbäume geschnitten ?

12. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

1. Was sind Nussbäume ? Eine Definition

 

Der Begriff "Nussbaum" (englisch: nut tree) stammt nicht aus der Botanik und bezeichnet in diesem Lexikon Bäume, die für den Menschen essbare Nuss-Früchte tragen (→ weitere Bedeutung ¹).

Unter einer Nuss wird im botanischen Sinn eine runde oder ovale Frucht von Pflanzen verstanden, bei der die Fruchtwände vollständig verholzen und ein ölhaltiger Fruchtkern von einer harten, holzigen Schale umschlossen wird.

Nussfrüchte sind sog. Schließfrüchte, die ungeöffnet vom Baum fallen und die sich auch in reifem Zustand nicht selbständig öffnen.

Aus Gründen der einfacheren Übersicht sind diese Baumarten in einer eigenständigen Rubrik "Nussbäume" zu finden, auch wenn sie genau genommen wegen ihrer Blätter zu den Laubbaumarten und wegen ihrer Früchte zu den (größten) Obstbaumarten zählen.

Der Nussbaum ist ein auffallend schöner und imposanter Blütenbaum mit Pfahlwurzel. Er zählt zu den Großbaum-Arten und wird gerne auch als Zierbaum im Garten gepflanzt.

Nussbäume sind selbstbefruchtende, einhäusige Bäume, d.h. getrenntgeschlechtig (monözisch) mit weiblichen und männlichen Blüten auf ein und demselben Baum.

Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch den Wind. Vereinzelt werden die Nussfrüchte auch durch Tiere (z.B. Eichhörnchen, Enten, Mäuse oder Vögel) verschleppt und es entstehen wilde Abkömmlinge.

Der Nussbaum zählt zu den Lichtbaumarten, d.h. er benötigt zum Wachsen einen freien Standort und gedeiht nicht optimal im Schatten von größeren Bäumen (obwohl er relativ schattentolerant in der Jugend ist). Auch im Alter brauchen die wärmeliebenden Nussbaumarten viel Licht und Platz für ihre Baumkrone.

 

Foto von einer freistehenden Baum-Hasel mit grünen Blättern in einem Park
Bild: Baum-Hasel (Corylus colurna) im Sommer Ende August in einem Park in Saarland

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

 

Die folgende Liste enthält die wichtigsten Nussbaumarten und heimischen Nussbäume in Deutschland, der Schweiz oder Österreich, wie man sie auch in der Baumschule kaufen kann:

 

  • Edelkastanie bzw. Esskastanie /Marone (Castanea sativa)

  • Haselnuss bzw. Baum-Hasel (Corylus colurna): auch Haselnussbaum

  • Gemeine Hasel (Corylus avellana): auch Haselnussstrauch

  • Schwarznuss (Juglans nigra)

  • Echte Walnuss (Juglans regia): → eine Arzneipflanze/Heilpflanze und Baum des Jahres 2008

 

Hinweis: Entgegen früherer Meinungen sind die Früchte von Schwarznuss und Walnuss botanisch keine Steinfrüchte, sondern zählen zu den Nussfrüchten (Nüssen).

 

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3. Bestimmen nach Wuchshöhe

 

Die nachfolgende Übersicht zeigt drei Unterteilungen, bis zu welcher Höhe ein Nussbaum wachsen kann. Nach der jeweiligen Baumgröße unterteilen sich einheimische Nussbäume in:

 

  

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Foto von sich öffnende Fruchthüllen mit darin befindlichen Nuss-Früchten, auch Kastanien, am Ast einer Edelkastanie und teilweise welk werdenden, dunkelgrünen Blättern
Bild: Sich öffnende Fruchthüllen mit darin befindlichen Nuss-Früchten (umgangssprachlich: Kastanien) am Ast einer Edelkastanie (Castanea sativa) Ende September *

 

4. Exotische Arten

 

Die folgende Übersicht enthält exotische Nussbaum-Arten, die nicht winterhart sind und normalerweise in Deutschland, Österreich oder der Schweiz nicht wachsen:

 

  • Cashewnuss bzw. Kaschu-Nuss (Anacardium occidentale): immergrün mit Pfahlwurzel

  • Mandel (Prunus dulcis): in wärmeren Gebieten (z.B. Weinbaugebiete) pflanzbar

  • Echte Pistazie (Pistacia vera)

 

Hinweise:

Der Mandel-Baum eignet sich auch als mobile Kübelpflanze für Balkon, Terrasse oder Wintergarten.

Die Früchte vom Kaschubaum, Mandelbaum und Pistazienbaum zählen in der Botanik nicht zu den Nüssen (Nussfrüchten), sondern zu den Steinfrüchten.

 

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5. Bedeutung als Rohstoff und Holz-Eigenschaften

 

Wenn im Sprachgebrauch von Nussbaumholz die Rede ist, dann ist das rötlich-braune Holz von Echter Walnuss und Schwarznuss (etwas dunkler) gemeint.

Mit einer Darrdichte (= Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) von etwa 640 kg pro Kubikmeter zählt das Nussbaumholz zum Hartholz.

Das Nussbaumholz ist, obwohl es zu den Massivholz-Arten zählt, relativ leicht und biegefest und eignet sich sehr gut für Profile und glatte Oberflächen.

Nussbäume kommen in Deutschland praktisch nicht als Waldbäume vor und sind dementsprechend selten. Von je her zählt das Holz der Nussbäume deshalb zu den exklusivsten und teuersten Edelhölzern, das man nur für entsprechend hohe Preise kaufen kann.

Nussbaumholz wird gerne für exklusive Massivholz-Möbel wie Tische (Couchtisch, Schreibtisch) und im exklusiven Innenausbau für Fertigparkett/Parkett, Furniere, Holzdecken, Treppen, Türen, Verkleidungen und Wand-Täfelungen verwendet.

Ferner für Musikinstrumente, den Schaft von Gewehren oder für die Innenausstattung von Luxus-Autos. Nicht zu vergessen, dass Nussöl früher nicht nur als Speiseöl, sondern auch als Lampenöl genutzt wurde.

 

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Foto von einem Nussbaumfurnier aus dem Holz der Schwarznuss
Bild: Nussbaumfurnier aus dem Holz einer Schwarznuss (Juglans nigra)

 

6. Bedeutung der Früchte als Lebensmittel

 

Im Lebensmittel-Bereich wird aus Nussfrüchten ein hochwertiges Öl gewonnen wie z.B. das Haselnussöl, Schwarznussöl oder Walnussöl.

Die schmackhaften und nahrhaften Nüsse der einheimischen Nussbäume finden außerdem als Lebensmittel vielerlei Anwendung:

So z.B. beim direkten Verzehr in der Winter-Zeit als Nährstoffquelle für essentielle (mehrfach ungesättigte) Fettsäuren, wenn frisches Obst und Gemüse nur begrenzt erhältlich sind. Oder auch als Haupt-Zutaten für Backwaren wie Lebkuchen, Nussecken oder Nusskuchen und geröstet z.B. als Maroni.

 

Foto von einer liegenden, vollen Flasche Walnussöl
Bild: Walnussöl-Flasche aus Früchten der Echten Walnuss (Juglans regia)

 

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7. Symbolische, mythologische Bedeutung

 

In der römischen, germanischen und griechischen Mythologie galten Nüsse als Speise der Götter und waren bei den Griechen dem Gott Zeus, bei den Germanen dem Gott Thor und bei den Römern dem Gott Jupiter geweiht.

In der Baumsymbolik sind Nüsse von jeher ein Symbol für Fruchtbarkeit und wurden deshalb bei Hochzeiten dem Brautpaar mit auf den Weg gegeben.

Bei der Geburt eines Kindes bzw. eines Stammhalters wurde als Symbolik der Fruchtbarkeit und von Glück ein Nussbaum gepflanzt.

Jahrhunderte lang existierte im Volks-Aberglauben auch die Vorstellung, dass Nüsse, Nussbaumzweige oder Nussbäume gegen Geister oder den Blitz schützen sollen.

Traditionelle Bedeutung haben Nüsse an vielen Orten auf der Welt am 6. Dezember zu Ehren von Nikolaus von Myra, einem Bischof, der im 3. Jahrhundert n. Chr. gelebt hat.

Bei diesem Brauchtum werden u.a. Kinder vom Nikolaus (in der Schweiz: Samichlaus) mit Nüssen, Birnen, Lebkuchen, Mandarinen und Schokolade beschenkt.

 

Foto einer geöffneten, reifen Nussfrucht einer Echten Walnuss
Bild: Geöffnete, reife Nussbaumfrucht einer Echten Walnuss (Juglans regia)

 

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8. Ökologische Bedeutung für Tiere und Flechten

 

Der Nussbaum ist ökologisch sehr wertvoll, weil er ohne Pflanzenschutzmittel wachsen kann und wegen seiner Nüsse und Nusskerne eine wichtige Nahrungsquelle für Nagetiere (z.B. Eichhörnchen) und Vögel liefert.

Der Walnussbaum ist außerdem ein wichtiger Lebensraum für Flechten, die sich nicht-parasitär auf seiner Rinde ansiedeln, so z.B. für Blattflechten wie die Vielfrüchtige Gelbflechte (Xanthoria polycarpa).

Nussbäumen wird nachgesagt, dass sie wegen des bitteren Geschmacks ihrer Blätter und Rinde Fliegen und Mücken abhalten, deshalb wurden sie früher oft in der Nähe von Misthaufen bei Bauernhöfen oder im Haushof gepflanzt.

 

Foto von den Blättern sowie geöffneten und geschlossenen Haselnuss-Früchten einer Baum-Hasel auf einer weissen Marmorunterlage
Bild: Blätter sowie geschlossene und geöffnete Früchte (Haselnüsse) einer Baum-Hasel (Corylus colurna)

 

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9. Tips zum Pflanzen und zur Pflanzzeit

 

Das Pflanzen von Nussbäumen aus Nusskernen (sog. Wildlinge) birgt die Gefahr, dass der Nussbaum später z.B. schwer zu öffnende und zu kleine Nussfrüchte trägt oder für Krankheiten der Blätter (z.B. Bakterienbrand oder Blattbräune durch Pilze) anfälliger ist.

Wild gepflanzte Nussbäume neigen außerdem oft dazu, dass sie im Frühjahr zu früh austreiben und dann durch Spätfrost geschädigt werden können.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, veredelte Nussbaum-Sorten aus der Baumschule zu pflanzen. Bei der Walnuss sind das z.B. die Sorten Esterhazy II, Franquette, Geisenheim 26 und 139, Hugnuss, Mars, Parisienne, Scharsch oder Wunder von Monrepos.

Bei der Haselnuss kann man z.B. die Sorten 'Hallesche Riesennuss', 'Fertile de Nottingham', 'Webbs Preisnuss', 'Rotblättrige Zellernuss' oder 'Wunder aus Bollweiler' kaufen.

Werden mehrere Nussbäume gepflanzt, dann sollte auf ausreichend Pflanzabstand von mind. 12 bis 14 Meter geachtet werden.

Zu beachten ist, dass alle heimischen Nussbäume eine tiefe Pfahlwurzeln bildet. Deshalb sollte der Standort des Baumes vor dem Pflanzen genau gewählt werden, weil ein späteres Umpflanzen des Nussbaumes nur bedingt möglich ist.

Die beste Pflanzzeit für einen Nussbaum unter den klimatischen Bedingungen von Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist im Frühjahr oder späten Herbst.

 

Foto einer geöffneten Kastanien-Frucht auf einer Gartenwiese
Bild: Geöffnete Kastanien-Frucht (Castanea sativa) Ende September *

 

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10. Tipps zum Pflegen und Ziehen

 

Will man sich trotz der Nachteile (vgl. oben) selbst Nussbäume ziehen z.B. aus einer Nuss in einem Pflanzen-Kübel mit Erde, dann sollte in den ersten 15 Jahren im Rahmen der Baumpflege darauf geachtet werden, daß ein stabiler, gerader Stamm von etwa 2 bis 3 Metern Höhe heranwächst.

Erreicht werden kann das durch Stützen des Baumes mit einem Holz-Pfahl und regelmäßiges Schneiden der untersten Äste. Damit die Baumkrone stabiler wächst, empfiehlt sich etwa alle 5 Jahre ein Schnitt. Ansonsten sind Nussbäume anspruchslos und benötigen kaum Pflege oder besonderen Schutz.

Nicht zu vergessen, dass alle Nussbaum-Arten außerordentlich widerstandsfähig gegen den Feuerbrand sind, eine bakterielle Pflanzen-Krankheit, die vor allem Obstbäume (Kernobstgewächse) wie Apfelbäume oder Birnbäume befällt und die in Österreich und der Schweiz meldepflichtig ist.

 

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11. Wann kann man Nussbäume schneiden ?

 

Das Schneiden der Nussbäume sollte am besten nach der Nussernte im Herbst oder Winter erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftfluss der Nussbäume in den Ästen und Zweigen nicht mehr so stark und sie können an den Schnittstellen nicht mehr so viel Saft verlieren bzw. "ausbluten".

Nach dem Schnitt können größere Schnittstellen, wenn sie weitgehend trocken sind, mit Wundwachs bestrichen werden, um den Baum zu schützen.

Generell gilt allerdings, dass man einen Nussbaum am besten nicht schneiden sollte, weil die Schnittstellen oft Jahre benötigen, bis sie wieder vollständig verschlossen sind.

 

 

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12. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

Nachfolgend weitere Bilder von Nußbäumen und Detail-Fotos:

 

Foto von einem Walnuss-Nussbaum auf einer Wiese in Oberbayern
Bild: Walnuss-Baum (Juglans regia) auf einer Wiese in Oberbayern *

Foto von Ästen mit Blättern einer Walnuss und noch nicht geöffnete, unreife Früchte
Bild: Unreife Walnuss-Früchte (Juglans regia)

Foto von einer Holz-Stamm einer Kastanie
Bild: Kastanienholz (Castanea sativa)

Foto von einer Baum-Hasel mit Blättern und Haselnüssen
Bild: Haselnuss mit Blättern und Nüssen (Corylus colurna)

Foto von einer weiblichen Haselnussbaum-<br />
Blüte mit roten Narben an einer noch geschlossenen Zweigknospe
Bild: Weibliche Haselnussbaum-Blüte (Corylus colurna) mit roten Narben Ende Januar

Foto von Ästen mit Blättern einer Schwarznuss und noch nicht geöffnete, unreife Früchte
Bild: Unreife Schwarznuss-Früchte (Juglans nigra)

* Foto © Oliver Fries

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

¹) Der Name Nussbaum ist auch Firmenname von einem der weltweit führenden Hersteller für Hebebühnen.