Die Eiche und die Eichen-Arten
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition, Eigenschaften und Merkmale

3. Anteil an deutscher Wald-Fläche

5. Verwendung als Brennholz und Kaminholz

7. Krankheiten, Schädlinge und Eichensterben

9. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

11. Eichenblatt/Eichenlaub als dt. Währungssymbol

13. Bedeutung in der Baumsymbolik und Mythologie

15. Bedeutung bei Blitzschlag und Gewitter

17. Rekorde und Superlative

19. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

 

2. Arten, Sorten und Beispiele

4. Bedeutung als Rohstoff, Holz und Werkstoff

6. Johannistrieb

8. Bedeutung für Tiere

10. Bedeutung in der Heraldik

12. Der Eichenkranz als Symbol

14. Das Fällen der Donareiche in Fritzlar

16. Bedeutung in Landwirtschaft und Viehzucht

18. Tipps zum Pflanzen und Pflanzabstand

 

1. Definition, Eigenschaften und Merkmale

 

In der Botanik zählen die Eichen (botanisch: Quercus) zur Pflanzen-Familie der Buchengewächse (auch Fagaceen, Fagaceae) und sind verwandt mit den Buchen und Kastanien.

Weltweit gibt es etwa 600 Arten dieser hauptsächlich sommergrünen Laubbäume, die meisten davon sind in Nordamerika heimisch.

Besonderes Merkmal der Eichen (englisch: oak trees) sind die stark gefurchte Borke wie bei der Kastanie, der harte Stamm mit den knorrigen Ästen sowie ihre Früchte (Nussfrüchte), die auch Eicheln genannt werden. Die Blattform der Eichen ist bei den verschiedenen Eichenarten sehr unterschiedlich.

Eichenbäume zählen mit einer Wuchshöhe zwischen 25 und 40 Meter zu den Großbäumen und können sehr alt werden (z.T. über 1.000 Jahre).

Eichen zählen zu den langsam wachsenden Bäumen (wenn am Standort nicht ausreichend Licht und Platz verfügbar sind) und blühen nach 60 Jahren zum ersten Mal.

Die Eiche wirft ihre wechselständigen Blätter wie die Hainbuche, Rot-Buche und Weißbuche erst sehr spät ab, teilweise erst im Frühjahr, so daß die Blätter im Winter braun am Baum verbleiben (vgl. auch Abschnitt "Warum werfen Bäume im Herbst unterschiedlich früh oder spät ihre Blätter ab").

Eichen bilden sehr tiefe Pfahlwurzeln bis in Grundwassernähe und zählen zu den tiefwurzelnden Bäumen. Zusammen mit Kiefer und Tanne (sowie der Esche mit Abstrichen) zählen sie zu den standfestesten Bäumen.

 

Foto einer Eiche im Spätsommer
Bild: Eichenbaum im Spätsommer, Foto: Mike Gallus

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

 

Die nachfolgende Liste zeigt die wichtigsten einheimischen Eichen in Deutschland und Europa (weltweit gibt es gut 300 Eichenarten):

 

  • Flaumeiche (Quercus pubescens)

  • Roteiche (Quercus rubra)

  • Stieleiche (Quercus robur): die bekannteste und höchste Eichenart in Deutschland

  • Stein-Eiche (Quercus ilex): immergrün und nur in milden Gebieten von Deutschland winterhart

  • Sumpfeiche (Quercus palustris): auch Spree-Eiche

  • Traubeneiche (Quercus petraea): nach der Stieleiche die häufigste Eichenart in Mitteleuropa

  • Zerreiche (Quercus cerris)

 

Die Stieleiche war 1989 der erste "Baum des Jahres" in Deutschland. Die Wahl erfolgte durch die Stiftung "Menschen für Bäume" und deren Fachbeirat sowie durch das "Kuratorium Baum des Jahres" (KBJ).

Zusammen mit Amerikanischem Amberbaum, Bergulme, Gemeiner Esche, Gingko, Ahornblättriger Platane, Silberpappel und Sommerlinde zählt die bis zu 40 Meter hoch werdende Stieleiche zu den höchsten Laubbäumen in Europa.

Eine Beschreibung und ein Steckbrief mit Fotos zum Bestimmen der verschiedenen Eichenarten folgt in Kürze.

 

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3. Anteil an der deutschen Wald-Fläche

 

In Deutschland sind die Stieleiche (Quercus robur) und die Traubeneiche (Quercus petraea) die am weitesten verbreiteten Eichen-Arten, denn etwa ein Zehntel des deutschen Wald-Bestandes wird von diesen beiden Eichenbäumen besiedelt.¹

Damit zählt die Eiche nach der Buche nicht nur zu den häufigsten Laubbaumarten, sondern auch zu den häufigsten Bäumen in Deutschland `s Wäldern (nach der Gemeinen Fichte und der Gemeinen Kiefer, den häufigsten Nadelbäumen).¹

 

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4. Bedeutung als Holz, Rohstoff und Werkstoff

 

Mit einer Darrdichte (= Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) von etwa 680 kg pro Kubikmeter zählt das Eichenholz zum Hartholz. Übertroffen wird seine Härte nur noch von Buche, Robinie und Hainbuche.

Das dichtfaserige Eichenholz ist wegen seines großen Anteils an Gerbstoffen sehr widerstandsfähig gegen Verrottung und kann sehr lange gelagert werden.

Aufgrund seiner grossen Härte und Wetterbeständigkeit wird das Holz der Eiche für Eisenbahnschwellen (wie auch Kiefernholz), Schiffe, Brücken und Brückenpfeiler verwendet.

Auch im Hausbau wird es wie auch Tannenholz gerne für Fenster, Möbel, Furniere, Parkett, Tische, Tischplatten, Türen und Treppen eingesetzt.

Tut man das Holz der Eiche räuchern, um einen edlen brauen bis schwarzen Farbton zu erhalten, spricht man im Bereich der Möbel- und Parkett-Herstellung auch von Räuchereiche.

Auch als Material für Cognac-Fässer oder Weinfässer kommt Eichenholz zur Anwendung, weil die Eiche, um so neuer das Fass ist, auch einen besonderen Einfluss auf Geschmack und Aroma z.B. von Rotwein hat (sog. Barrique-Rotwein oder -Weißwein).

 

Foto von Barrique-Weinfässern aus Eichenholz
Bild: Barrique-Weinfässer aus Eichenholz in einem Weinkeller in Frankreich

 

Eichenfässer aus der Wein-Lagerung werden außerdem auch für die Herstellung von Barrique-Schinken verwendet, einer Spezialität in Österreich und der Schweiz.

Dabei reift der Schinken zur Herstellung des besonderen Aromas wie Wein im Eichenfass in einem Sud aus Essig, Honig, Meersalz und Wein. Anschließend wird er in einer Honig-Marinade luftgetrocknet.

Die gemahlene Rinde der Stieleiche diente in früheren Zeiten auch zur Herstellung von Gerbsäure oder Lohe zur Lederbearbeitung. Auch die Eicheln enthalten Gerbstoffe und wurden in der Gerberei eingesetzt.

Auf Eichen wächst außerdem sehr häufig das Eichenmoos, eine Flechte, die als Duftstoff in Parfüms und Kosmetika verwendet wird, jedoch starke Allergene enthält, die bei empfindlichen Menschen zu Allergien führen können.

 

Foto von Eichenmoos und einer Gelbflechte
Bild: Eichenmoos (Evernia prunastri) mit Gelbflechte (Xanthoria-parietina)

 

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5. Verwendung als Brennholz und Kaminholz (Brenneigenschaften)

 

Neben seinen hervorragenden Holz-Eigenschaften besitzt Eichenholz einen hohen Heizwert/Brennwert von 2100 kwh/rm (wie auch Buchenholz, Eschenholz und Robinienholz) und eignet sich deshalb hervorragend als Brennholz für den Kachelofen und Kaminofen.

Zudem lässt sich Eichenholz wegen seiner hohen Verrottungsbeständigkeit und dem geringen Wurmbefall lange lagern, ist leicht spaltbar, verbrennt langsam und weist eine gute Glutbildung bei geringem Funkenflug auf.

Allerdings stehen diesen Vorteilen auch Nachteile gegenüber: Eichenholz ist wegen seiner hohen Darrdichte relativ schwer, weist kein malerisches Flammenbild auf und trocknet nur langsam.

Hinzukommt, daß Eichenholz durch seinen hohen Gerbsäure-Anteil zu einer Versottung des Kamins führen kann, wodurch dessen Mauerwerk angegriffen wird.

Zu einer Versottung kann es kommen, wenn das Eichenholz zu wenig getrocknet wurde und/oder der Kamin bzw. Ofen zu wenig "ziehen", also mit einer zu geringen Sauerstoffzufuhr betrieben werden.

Auf diese Weise kann das Brennholz unvollständig unter Bildung von Wasserdampf und bei zu geringer Temperatur verbrennen. Der entstehende Wasserdampf enthält unverbrannte Holz-Inhaltsstoffe, die sich an den Kamin-Wänden niederschlagen (kondensieren) und diese schädigen.

Wer also Feuerholz oder Kaminholz mit schön abbrennender Flammenbildung und hohem Heizwert/Brennwert sucht, der sollte eher Buchenholz und Eschenholz (mit Abstrichen bzgl. der Brennleistung auch Birkenholz) anstelle von Eichenholz kaufen.

 

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6. Johannistrieb der Eiche

 

Wie bei Birke, Hainbuche, Rot-Buche und verschiedenen Ahorn-Arten gibt es auch bei der Eiche das Phänomen vom Johannistrieb (englisch: Lammas shoots of oak). Dieser bewirkt, dass die Eichen unterm Jahr ein zweites Mal ihre Blätter austreiben.

Der Johannistrieb verdankt seinen Namen dem Umstand, dass er etwa um den Johannistag am 21. Juni stattfindet. Er wird auf Witterungseinflüsse zurückgeführt und dient der Regeneration von Fraßschäden am Blätter-Bestand, der zu diesem Zeitpunkt bereits durch Tiere wie den Eichenwickler stattgefunden hat.

Der Johannistrieb ist aber nicht nur bei Laubbäumen zu beobachten, sondern auch bei Nadelbäumen wie der Lärche.

 

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7. Krankheiten, Schädlinge und das Eichensterben

 

Zu den typischen Krankheiten der Eiche zählen Blattflecken hervorgerufen durch Pilze wie Septoria und Discula quercinabeim oder Mehltau/Eichenmehltau (Microsphaera alphitoides), der besonders die Eichenblätter im Johannistrieb betrifft.

Diese Blattverfärbungen bei Eichen richten allerdings alleine keinen wirklichen Schaden an und stellen im Fall von Mehltau-Befall sogar eine wichtige Nahrungsgrundlage für den Marienkäfer dar.

 

Foto von Eichenmehltau verursacht durch den Schlauchpilz Microsphaera alphitoides
Bild: Mehltau an einer Stieleiche (Quercus robur) durch den Eichenmehltau-Schlauchpilz (Microsphaera alphitoides)

 

Bedrohlicher sind erhebliche Fraß-Schäden und dadurch bedingte Schwächungen der Eichenbäume durch Schmetterlinge wie den Eichenwickler oder den Eichenprozessionsspinner (nicht Eichenspinner), dessen Raupen giftige Raupenhaare besitzen, die starke allergische Hautentzündungen bei Menschen auslösen.

Zu den gravierendsten Krankheiten der Eiche dürfte jedoch das sog. Eichensterben (englisch: oak decline) gehören, das in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland zunimmt.

Dabei handelt es sich um einen Komplex von Umweltbelastungen wie Boden-Säue, Hitze, Pilzbefall, saurer Regen, Luft-Schadstoffe, Trockenheit, Verlichtung der Baumkrone durch Raupen-Schädlinge, starke Frost-Winter oder Kambium-Zerstörung durch den Eichenprachtkäfer, die zu einem Absterben der Eiche führen.

 

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8. Ökologische Bedeutung für Tiere

 

Die Nuss-Früchte der Eichen, die sog. Eicheln sind Nahrungsquelle für viele Wildtiere in der Natur wie Eichhörnchen, Baummarder, Wildschweine oder viele Vögel-Arten (z.B. Eichelhäher).

Die Eiche, speziell alte Exemplare, bietet außerdem Hunderten von Vogel-, Käfer-, Schmetterling- und Insekten-Arten (z.B. Eichelbohrer, Eichenspinner, Eichenwickler, Hirschkäfer, Rote Waldameise) sowie Klein-Tieren (z.B. Baummarder, Waldkauz) oder Fledermäusen Unterschlupf und Lebensraum.

 

"Ich hatte einst ein schönes Vaterland. Der Eichenbaum wuchs dort so hoch,
die Veilchen nickten sanft. Es war ein Traum. Das küßte mich auf deutsch und sprach auf deutsch
(man glaubt es kaum, wie gut es klang) das Wort: "Ich liebe dich!" Es war ein Traum."
(Eichenbaum-Gedicht von Heinrich Heine, 1797-1856, deutscher Dichter und Schriftsteller)

 

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9. Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

 

Die Eicheln und Rinde von Stieleiche und Traubeneiche enthalten Bitter- und Gerbstoffe. Deshalb finden sie in der Medizin und Naturheilkunde als Arzneipflanze und Heilpflanze Verwendung.

Abgekochte Eichenrinde hat eine entzündungshemmende (antiseptische), austrocknende (adstringierende) und juckreizmindernde Wirkung, weshalb sie in Form von medizinischen Bädern, Mundspülungen und äußerlichen Umschlägen gegen verschiedene Entzündungen und Hauterkrankungen genutzt wird.

Ferner eignet sich Eichenrinde als Teekraut für die Zubereitung von einem Rindentee, der z.B. bei Haut-Krankheiten oder bei Magen- und Verdauungsproblemen eingesetzt wird.

Aus den Blüten der Eiche wird außerdem der Bachblüten-Tee Oak hergestellt, der zu mehr Klarheit sowie Stärke und Durchhaltevermögen bei der Verfolgung seiner Ziele verhelfen soll.

 

Foto einer Eichel mit einem Eichenblatt auf einer Eichenrinde
Bild: Eichel und Eichenblatt auf der Rinde einer Stieleiche (Quercus robur), Foto: Mike Gallus

 

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10. Bedeutung in der Heraldik

 

Wegen ihrer großen Symbol-Kraft und ihrem starkem Werte-Bezug ist die Eiche neben Birke und Linde eine beliebte Figur in der Heraldik (Wappenkunde). Dabei werden für Darstellungen der Eiche im Wappen alle Elemente verwendet wie der Baum selbst sowie Blätter, Blüten, Früchte (Eicheln), Stamm und Zweige.

Im frühen Mittelalter war die Eiche sogar namensgebend für einen Ritterorden, den "Orden der Eiche".

In Schleswig-Holstein ist die Doppel-Eiche ein Wappen-Symbol von mehreren Gemeinden, meistens als Symbolik für einen geographischen Zusammenschluss. Eine Doppeleiche ist eine Eiche mit zwei Stämmen, die teilweise am Boden zusammengewachsen sind und eine gemeinsame Wurzel und Krone haben.

Auch in Zunftzeichen und Zunftwappen der Gerber finden sich Eichenkranz und Eichenlaub. Sie sind das Symbol für die Lohe, die gemahlene Rinde von Eichen, mit denen gegerbt wurde.

In Deutschland ist die Eiche etwa seit dem 17. Jahrhundert der typisch deutsche Wappenbaum.

 

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11. Das Eichenblatt und Eichenlaub als Währungssymbol in Deutschland

 

Die "Deutsche Eiche" gilt neben der Linde als ein typischer "deutscher Baum" und so verwundert es nicht, dass auf den deutschen 1-, 2- und 5-Cent-Euro-Münzen ein Eichenblatt zu finden ist. Dabei handelt es sich um das Blatt einer Stiel-Eiche mit 2 Eicheln an einem Stiel.

Auch schon zu DM-Zeiten (21.6.1948 - 31.12.2001) bis zur Einführung des Euros am 1. Januar 2002 war als typisch deutsches Symbol neben dem Adler ein Eichenblatt mit einer Eichelfrucht auf der Rückseite der 1-, 2-, 5- und 10-Pfennig-Münzen zu finden.

Auf der 1-DM-Münze befand sich auf der Vorderseite und beim 5-DM-Schein auf der Rückseite als typisch deutsches Symbol das Eichenlaub.

Und auf der Rückseite der 50-Pfennig-Stücke pflanzte Gerda Johanna Werner kniend mit Kopftuch eine Eiche als Symbol für den Wiederaufbau von Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch dieses Motiv sollten die sog. Trümmerfrauen und Waldarbeiterinnen in der Wiederaufforstung geehrt werden.

 

Auswahl verschiedener Euro- und DM-Münzen mit Eichenlaub-Motiv
Bild: Auswahl von Euro- und DM-Münzen und der ehemalige 5-DM-Schein, Quelle: Deutsche Bundesbank

 

Die Eiche war als Eichenlaub-Symbol auch Bestandteil auf der Vorderseite vieler Münzen im Deutschen Kaiserreich von 1871 - 1918 (Goldmark), in der Weimarer Republik und im Dritten Reich von 1918 bis 1948 (Reichsmark) sowie in der ehemaligen DDR von 1968 - 1990 (Mark der DDR).

 

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12. Der Eichenkranz als Symbol

 

Allgemein war der Eichenkranz (und das Eichenlaub) ein wichtiges Symbol für militärische, sportliche und zivile Abzeichen und Auszeichnungen für besonders mutige und herausragende Leistungen.

Im Bereich der Zünfte von Handwerkern war der Eichenkranz (oder das Eichenlaub) ein oft verwendetes Symbol für Zunftwappen.

Speziell die Zunft der Gerber verwendeten es als Symbol in ihren Zunftzeichen, weil sie die gerbstoffreiche Eichenrinde in gemahlener Form als sog. Lohe oder Gerberlohe zum Gerben von Leder verwendeten.

In Anspielung auf die Härte und Langlebigkeit der Eiche sollte der Eichenkranz dabei langlebige (deutsche) Qualität symbolisieren.

Im antiken Rom war der Eichenkranz ein Symbol der Amtswürde für Große Feldherren, Herrscher und Kaiser wie Augustus, Caesar oder Konstantin und wurde für die hohe militärische Auszeichnung der Bürgerkrone (Corona Civica) verwendet.

Im alten Rom war der Eichenkranz außerdem auf der Rückseite von zahlreichen Münzen zu finden und die Sieger der Kapitolinischen Spiele, die in Anlehnung an die Olympischen Spiele im alten Griechenland stattfanden, wurden mit einem Kranz aus Eichenlaub (gebundene Eichenblätter) geehrt.

Nicht zu vergessen, dass das Parteiabzeichen bzw. Parteisymbol der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei in der Weimarer Republik und im Dritten Reich von 1920 bis 1945) einen Adler als Hoheitszeichen enthielt, der einen Eichenkranz in seinen Fängen hielt.

 

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13. Bedeutung in der Baumsymbolik und Mythologie

 

In der Baumsymbolik steht die majestätische deutsche Eiche für Werte wie Standfestigkeit, Härte, Freiheit, Ehre, Kraft, väterliche Weisheit, Männlichkeit, Unsterblichkeit und Unbeugsamkeit.

Egal ob als "König der Bäume" oder "Königin des Waldes"; Eichen hatten schon immer eine besondere symbolische Bedeutung für die Menschen.

Die Eiche gilt als der "weise Vaterbaum", der den Menschen hilft, die Herrschaft über ihre Emotionen zu gewinnen.

Wie die Linde ist auch die Eiche ein typischer Gerichtsbaum, unter dem nach der germanischen Mythologie viele Jahrhunderte lang Gericht gehalten wurde. Bekanntes Beispiel ist die Ferneiche, eine Stieleiche, die zu den ältesten Eichen in Deutschland und zu den ältesten Gerichtsbäumen in Mitteleuropa zählt.

Mit dieser Symbolik verband sich der Wunsch, dass die den Eichen zugesprochenen Eigenschaften, aber auch ihre Nähe zu den Göttern sich positiv auf die Urteilskraft und die Gerechtigkeit der Urteile des Gerichtes auswirken würden.

Nach der Mythologie der Antike und des Mittelalters sollen Eichen außerdem Blitze anziehen und häufiger als andere Bäume vom Blitzeinschlag betroffen sein.

Aus diesem Grund war die Eiche als Blitzbaum und Donnerbaum ein heiliges Symbol der obersten Götter und Himmelsherrscher in den alten Religionen:

Als heiliger Baum war die Eiche bei den Griechen dem Zeus geweiht, bei den Römern dem Jupiter, bei den Kelten dem Taranis und bei den Germanen dem Thor bzw. Donar (vgl. Donareiche).

Nach Überlieferungen aus dem Werk "Naturalis historia" von Gaius Plinius Secundus (Plinius de Ältere) gegen Ende des 1. Jahrhunderts sollen für keltische Druiden die Eichenmisteln (Loranthus europaeus) die heiligsten Pflanzen gewesen sein.

Die Misteln auf der Eiche sollen dann ein Mal im Jahr zur Wintersonnwende mit einer goldenen Sichel geschnitten worden sein.

Diese Mystik ist auch in den berühmten Comics "Asterix und Obelix" zu finden, in denen der Druide Miraculix einen Zaubertrank braut, der dank seiner Zutaten (u.a. Misteln) kurzfristig übermenschliche Kräfte verleiht.

 

Foto von Misteln an einem Laubbaum im Mai
Bild: Misteln (Viscum, Art unbekannt) an einem Laubbaum im Mai, Foto: Olaf Fries

 

Im sog. Niedersachsenlied wird ebenfalls der deutschen Eiche gehuldigt. Dort lautet eine Textpassage: "Fest wie unsre Eichen halten alle Zeit wir stand, wenn Stürme brausen übers deutsche Vaterland."

Die Verehrung der großen Härte von Eichen kommt auch in dem damals sehr beliebten Studentenlied "Wo Mut und Kraft in deutscher Seele flammen" um 1815 zum Ausdruck. Darin heißt es: "Ob Fels und Eiche splittern, wir werden nicht erzittern!". 

 

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14. Das Fällen der Donareiche in Fritzlar

 

Der Überlieferung nach soll der christliche Missionar Bonifatius im 8. Jahrhundert die sogenannte Donareiche, eine alte Eiche bei Fritzlar (bzw. dessen heutiger Stadtteil Geismar) im heutigen Hessen, gefällt haben, um den Eichenkult der Germanen zu beenden.

Die Donareiche bei Kassel war ein wichtiges germanisches Heiligtum und Bonifatius wollte dadurch den dortigen Haiden ihren Mythos vom heiligen Götterbaum widerlegen:

Wäre die Eiche wirklich ein Baum der Götter gewesen, dann hätte nach germanischem Glauben das Fällen den Zorn der Götter nach sich gezogen.

Als nach der Fällung der Donareiche "der Himmel jedoch nicht einstürzte", ließen sich die anwesenden Druiden von Bonifatius taufen.

Der Name Druide könnte sich übrigens vom keltischen Namen "Dair" oder "Duir" für Eiche ableiten und so viel wie "Eichenmann" oder "Eichenkundiger" bedeuten. Diese Interpretation ist jedoch unter Sprachforschern umstritten.

 

Gemälde von Alfred  Rethel von 1836, das den heiligen Bonifatius nach dem Fällen der  Donareiche zeigt
Bild: Der heilige Bonifatius nach dem Fällen der Donareiche (Gemälde von Alfred Rethel von 1836)

 

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15. Bedeutung bei Blitzschlag und Gewitter

 

Bei Gewitter gab ein altes deutsches Sprichwort bzw. eine alte Bauernregel den Ratschlag:

 

"Vor den Eichen sollst du weichen. Und die Weiden sollst du meiden. Zu den Fichten
flieh´ mitnichten. Linden sollst du finden. Doch die Buchen musst du suchen“

 

Allerdings ist es nach heutigem Wissensstand generell nicht ratsam, bei einem Gewitter den Schutz der Bäume zu suchen, auch nicht den einer Buche oder allgemein eines freistehenden Baumes.

Der Ursprung dieser alten Volksweisheit und Mythologie mag daher stammen, dass Bäume mit rauher Rinde wie die Eiche Blitzeinschläge schlechter in den Boden leiten können als Bäume mit glatter Rinde wie Buche, Erle oder Rosskastanie.

Blitzschäden sind deshalb bei Eichen besser zu erkennen als z.B. bei Buchen. Hinzukommt, dass Eichen öfter als Einzelbaum (Solitärbaum) in der Landschaft zu finden sind und damit auch leichter Blitze auf sich ziehen.

Ein weiterer Grund für ein höheres Schadensausmaß der Eichen, wenn sie von einem Blitz getroffen werden, mag in ihren tiefen Pfahlwurzeln bis in Grundwassernähe liegen, welche die Eiche zu einem wahren Blitzableiter machen, während z.B. der Buchenbaum ebenerdige Flachwurzeln aufweist.

Und zu guter Letzt wachsen Eichen bevorzugt auf Wasseradern und Kreuzungspunkten von Wasseradern.

Eingedenk dessen, dass z.B. Rutengänger eine negative Ionisierung der Luft über Wasseradern messen können und Gewitterwolken positiv geladen sind, könnte das eine weitere Erklärung für die früher beobachteten häufigen Blitzeinschläge bei Eichen sein.

 

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16. Bedeutung in der Landwirtschaft und Viehzucht

 

Etwa bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die sog. Eichelmast (oberdeutsch auch Eckerich) eine gängige Methode, um Schinken (Rohschinken) und Würsten ein würzigeres Aroma zu verleihen.

Dazu wurden Schweine (Hausschweine) im Herbst in Eichen-Wälder getrieben, damit sie sich mit der Frucht der Eiche, den Eicheln, vollfraßen.

Die Tradition der Eichelmast ist heute noch auf der iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal verbreitet bei der Herstellung von Schinken-Spezialitäten.

In Spanien reift der Iberische Schinken "Jamón Ibérico", benannt nach dem Iberischen Schwein (Cerdo Ibérico), 24 bis 30 Monate nach der Eichelmast (spanisch: Montanera) und gilt als der teuerste luftgetrocknete Schinken der Welt. Sein Pendant ist in Portugal der Iberische Alentejo Schinken (Presunto de porco preto).

Weil iberische Schweine oft schwarze Hufe haben, wird dieser Schinken auch "Jamón Pate Negra" genannt.

Die Eichelmast war in früheren Zeit von so großer Bedeutung, dass in der Forst- und Waldwirtschaft der Wert von einem Eichen-Wald nicht nach dem zu erwartenden Holz-Ertrag bewertet wurde, sondern nach dem zu erwartenden Eichel-Erlös.

 

Foto einer Stieleiche im Winter
Bild: Stieleiche (Quercus robur) im Winter

 

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17. Rekorde und Superlative

 

Die dickste Eiche in Deutschland gemessen in einer Höhe von 1 Meter steht in Schleswig-Holstein in der Gemeinde Belau und hat einen Stammesumfang von über 12,8 Meter.

Die dickste Eiche in Deutschland gemessen an der Baum-Taille steht im Teutoburger Wald in Nordrhein-Westfalen in der Nähe des Dorfes Borlinghausen und hat einen Umfang von über 10,3 Meter.

Als die dickste Eiche in Europa gilt die Kvilleken (auch Rumskullaeken) im Nationalpark Norra Kvill im Süden von Schweden. Der teilweise abgestorbene Baumstamm der Stieleiche hat einen Umfang von 14,75 Meter.

In Deutschland gibt es mehrere sehr alte Eichen, die als "Tausendjährige Eiche" oder "Dicke Eiche" unter Denkmalschutz stehen. Mit die älteste Eiche in Deutschland soll die Ferneiche in Erle (Gemeinde Raesfeld, Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen) sein.

Bei diesem Naturdenkmal handelt es sich um eine vollständig ausgehöhlte Stieleiche, die je nach Gutachter auf ein Alter zwischen 800 und 1.500 Jahre geschätzt wird. Die Ferneiche soll bereits bei den Germanen als Gerichtsbaum genutzt worden sein.

Die Femeiche mit ihrem hohlen Stamm teilt das Schicksal vieler sog. 1000-jähriger Eichen, deren Alter nicht mehr exakt bestimmt werden kann: Bei vielen Eichen sind die Jahresringe nicht mehr vorhanden und die Bäume sind im Kern ausgehöhlt.

Weitere sehr alte Eichen sind in Deutschland im Tiergarten und Landschaftsschutzgebiet "Ivenacker Eichen" im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (Mecklenburg-Vorpommern) zu finden.

Einige der Ivenacker Eichen sollen 1.000 Jahre alt sein und weisen einen Stammdurchmesser von 3,5 m, eine Höhe von 35 m und einen Stammumfang von ca. 11 m auf (→ vgl. Webseite des Naturschutz-Gartens).

Aufgrund urkundlicher Erwähnung ist die älteste Eiche in Europa vermutlich die 30 Meter hohe "1000-jährige Eiche in Bad Blumau" in der Steiermark (Österreich). Das Alter der sehr alten Eiche im Ortsteil Bierbaum wird mittlerweile auf etwa 1.200 Jahre geschätzt.

 

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18. Tipps zum Pflanzen und Pflanzabstand

 

Wo wachsen Eichen? Eichenbäume gehören zu den sog. Lichtbaumarten, die sehr viel Licht und Platz benötigen, um wachsen zu können. Für ein optimales Wachstum der Eiche im Garten reicht dabei das reine Oberlicht alleine nicht aus.

Vielmehr sollten auf der Hauptlichtseite zwischen Westen und Osten in einem Abstand von 30 Metern keine grossen Bäume wie Buche, Esche, Fichte, Tanne, Ulme stehen, und in einem Abstand von 15 Metern keine mittelgroßen Bäume wie Eberesche und Eibe, weil sie den horizontalen Lichteinfall vermindern.

Die meisten Eichenarten benötigen außerdem nährstoffreiche Böden, um ihre volle Größe zu erreichen.

 

"Wenn man eine Eiche pflanzt, darf man nicht die Hoffnung hegen,
nächstens in ihrem Schatten zu ruhen."
(Antoine de Saint-Exupéry, 1900 - 1944, französischer Schriftsteller, Kultautor und Flieger)

 

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19. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

Nachfolgend weitere Bilder zum Bestimmen von Eichen in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Foto der Blätter einer Sumpfeiche
Bild: Blätter einer Spree-Eiche/Sumpfeiche (Quercus palustris) im September in Bayern

Foto von Blätter und Eichel am Ast einer Stieleiche
Bild: Blätter und Eichel einer Stieleiche (Quercus robur) im September in Bayern, Foto: Olaf Fries

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

¹ Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2011 der Wälder in Deutschland für einzelne Baumarten vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, S.6, 8, 13, 16 (→ zum PDF).

 


 

 

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