Eschen - Eschenbäume
 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Definition, Eigenschaften und Merkmale

2. Arten, Sorten und Beispiele

3. Wissenswertes über Namensvetter

4. Wo wachsen Eschen ? Tips zum Pflanzen

5. Besonderheiten der Blätter und Austrieb

6. Inhaltsstoffe in Medizin und Naturheilkunde

7. Eschengeist-Tinktur

8. Eschenmanna (Mannit, Mannitol)

9. Bedeutung als Rohstoff / Holz-Eigenschaften

10. Eschenholz-Verwendung

11. Verwendung als Kaminholz und Brennholz

12. Schädlinge und Krankheiten

13. Bedeutung in der Natur und Ökologie

14. Bedeutung in Baumsymbolik und Mythologie

15. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

1. Was sind Eschen ? Definition, Eigenschaften und Merkmale

 

In der Botanik zählt die Esche (Fraxinus) zur Pflanzen-Familie der Ölbäume bzw. Ölbaumgewächse (Oleaceae) zu der auch der Olivenbaum/Echter Ölbaum und Sträucher wie Flieder, Forsythie, Jasmin und Liguster zählen.

Weltweit umfasst die Esche etwa 65 Baum- und Strauch-Arten, von denen die meisten in Nordamerika heimisch sind.

Die Eschen (englisch: ash trees) sind überwiegend sommergrüne Laubbäume und kommen selten immergrün oder als Sträucher in freien Natur vor (→ vgl. Beispiele ¹).

Die Esche zählt zu den tiefwurzelnden Bäumen, wobei ihre in jungen Jahren eher herzförmige Wurzel sich mit zunehmenden Alter zu einem Senkerwurzelsystem entwickelt und breitwurzelnd bis zu 1,5 Meter in die Tiefe geht.

Genau wie die Birke, Pappel und Weide gehören Eschen zu den schnellwachsenden Bäumen und können bis zu 300 Jahre alt werden.

Wie schnell wächst eine Esche ? Gute Lichtverhältnisse vorausgesetzt, kann die schnellwachsende Esche bereits nach fünf Jahren nahezu ihre volle Größe erreichen.

Eschenbäume sind dreihäusig, d.h. auf einer Esche können rein weibliche Blüten, rein männliche Blüten oder Zwitterblüten vorkommen, die mit Windbestäubung befruchtet werden. Blühen tun Eschen etwa ab einem Alter von 20 bis 30 Jahren.

 

Foto einer einzelnen Gewöhnliche Esche vor einem oberbayerischen Dorf
Bild: Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior) in Oberbayern *

 

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2. Arten, Sorten, Beispiele

 

In Europa kommen hauptsächlich die folgenden drei Eschenarten vor:

 

 

Hinweise:

 

Aus der großen Pflanzenfamilie der Ölbaumgewächse sind in Europa nur diese drei Eschenarten und der Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare) einheimisch, wobei die Mannaesche in Deutschland nicht natürlich vorkam und eine eingebürgerte Pflanzenart bzw. ein sog. Neophyt ist.

Alle drei einheimischen Bäume sind frosthart und haben einsamige Nuss-Früchte.

Wie groß werden Eschen ? Gemeine Eschen erreichen eine Stammdicke von bis zu einem Meter und eine Wuchshöhe von über 40 Meter, wobei die ersten 20 Meter Wuchshöhe bereits nach etwa 40 Jahren überschritten werden.

Zusammen mit Amberbaum, Bergulme, Gingko, Ahornblättriger Platane, Silberpappel, Sommerlinde und Stieleiche zählt die Gemeine Esche somit zu den höchsten Laubbäumen in Europa und zu den Großbaum-Arten. Schmalblättrige Eschen erreichen eine Wuchshöhe zwischen 20 und 30 Metern.

Die Manna-Esche wächst dagegen als meist mehrstämmiger Kleinbaum oder mittelgroßer Baum und wird zwischen 6 und 15 Metern hoch. Ein Steckbrief der drei Eschenarten folgt in Kürze.

Die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) war Baum des Jahres 2001 in Deutschland. Ihre Wahl erfolgte durch die Stiftung "Menschen für Bäume" und deren Fachbeirat sowie durch das "Kuratorium Baum des Jahres" (KBJ).

In Österreich wählte das "Kuratorium Wald" und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft ebenfalls die Esche zum Baum des Jahres 2001. Dabei wurde allerdings die gesamte Pflanzen-Gattung mit den einheimischen Eschen-Arten gekürt.

 

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3. Wissenswertes über Namensvetter (Pflanzen mit gleichem Namen)

 

Die schnellwachsende Eberesche oder Vogelbeere (Sorbus aucuparia) verdankt ihren Namen dem Umstand, dass ihre Blätter denen der Esche sehr ähnlich sehen. Der Laubbaum ist aber botanisch nicht mit den Eschen-Arten verwandt und zählt zu den Rosengewächsen.

Gleiches gilt für den Eschen-Ahorn (Acer negundo), der seine Namensherkunft ebenfalls der Ähnlichkeit seiner unpaarig gefiederten Blätter verdankt. Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Eschenahorn ist ein sog. Neophyt, der im 17. Jahrhundert in Europa eingebürgert wurde.

Der in Australien und auf der Insel Tasmanien beheimatete immergrüne Riesen-Eukalyptus (Eucalyptus regnans) wird dort umgangssprachlich auch Berg-Esche (Mountain Ash) genannt.

Diese Bezeichnung für den höchsten Laubbaum der Welt aus der Pflanzenfamilie der Myrtengewächse (Myrtaceae) wird dort umgangssprachlich vermutlich gewählt wegen dessen großer Wuchsleistung und äußerst hartem Holz, wie es auch Eschen aufweisen.

 

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4. Wo wachsen Eschen ? Tips zum Pflanzen

 

Eschenbäume sind sehr anpassungsfähig und wachsen bis in Höhen von ca. 1.000 Metern unter verschiedenen Standort-Bedingungen: sowohl kalkhaltig-trockener Boden (mit Grundwasser-Anbindung) als auch feuchter und tiefgründiger Boden wird von ihr besiedelt.

Von zwei verschiedenen Arten wie "Kalkeschen" oder "Wassereschen" kann man jedoch nicht sprechen, weil es immer der gleiche Baum ist.

Im Unterschied zu Buchen stellen Eschen allerdings hohe Anforderungen an die chemische Beschaffenheit des Bodens, auf dem sie wachsen können. Der Boden sollte nicht sauer sein, weil der Esche nur ein Wachstum an einem basischen Standort mit reichlich Nährstoffen wie Calcium und Magnesium möglich ist.

Optimale Voraussetzungen findet die Esche auf basischen Böden, die auf Kalkstein entstanden sind wie z.B. im Alpen-Vorland, auf trockenen Humus-Karbonatböden, oder in Auen, Bach- und Fluss-Gebieten, wo die Nährstoffe durch das Wasser hintransportiert werden.

Eschen sind in ihrer Jugend zwar schattentolerant, gehören jedoch zu den sog. Lichtbaumarten im Garten, die viel Licht und Platz benötigen, um wachsen zu können. An einem Standort im Schatten anderer Bäume wie z.B. der Buche können sie nicht ihr volles Größenpotential und ihre imposante Baumkrone ausbilden.

 

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5. Besonderheiten der Blätter und Austrieb

 

In der Baum-Bestimmung sind die ausschlagfreudigen Eschen typisch für ihre exakt gegenständigen und unpaarig gefiederten Blätter (d.h. mit Endblatt), die bis zu 30 cm lang werden können.

Die Esche ist außerdem der einzige Laubbaum in der Baumkunde, der im Herbst seine Blätter ohne Herbstfärbung in grünem Zustand abwirft und dabei seine geflügelten, braunen Früchte bis in den Winter hinein behält.

Grund dafür ist, dass die Eschen als Standort einen sehr nährstoffreichen Boden bevorzugen und es deshalb für sie im Gegensatz zu anderen Laubbäumen (z.B. Ahornbäume) nicht notwendig ist, den Stickstoff aus den Blättern in die Äste zurückzuziehen.

Die Esche ist außerdem der am spätesten austreibende heimische Laubbaum und läßt sich dafür manchmal bis zum Monat Juni Zeit. Im Juli sind dann bereits die auffällig samtig-schwarzen Knospen für das nächste Jahr ausgebildet.

Erst wenn die Eschenknospen, die den Winter über stehen bleiben, Ende März aufgebrochen sind und die Blütezeit und Befruchtung abgeschlossen ist, treiben die Blätter aus. Dann entwickeln sich bereits die 2 bis 3 cm langen Früchte.

Der Grund für den späten Blatt-Austrieb der Eschen liegt vermutlich an ihrer ringporigen Holzstruktur, bei der nur der äußerste Jahresring oder sehr wenige vorherige Jahresringe für die Wasserleitung von den Wurzeln zu den Ästen aktiv ist und im Frühjahr erst gebildet werden muß.

Bäume mit einer zerstreutporigen Holzstruktur wie Ahorn, Birke, Buche, Linde oder Pappel treiben deshalb im Frühjahr früher die Blätter aus.

Aus den jungen, noch klebrigen essbaren Eschen-Blättern lassen sich schmackhafte Salate in der Küche zubereiten.

 

Foto grüner Eschenblätter von Fraxinus excelsior, gegenständig angeordnet
Bild: Gegenständig angeordnete Eschenblätter der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) im September

 

Die Blätter von Schmalblättriger Esche, Blumenesche und Gemeiner Esche sind nicht immer einfach voneinander zu unterscheiden. Auch wenn die Blätter der Gemeinen Esche meist am längsten und breitesten wachsen, kann die Wuchsform bei allen Arten etwa gleich schlank ausfallen.

Der Unterschied zwischen den Eschenarten ist leichter an Blütenstand und Knospen zu erkennen: Bei der Einfachen Esche (Fraxinus excelsior) sind die Winterknospen schwarz und der Fruchtstand traubenförmig.

Im Unterschied dazu ist der Blütenstand der Schmalblättrigen Esche (Fraxinus angustifolia) eher rispenförmig und die Knospen bzw. Winterknospen braun und nicht schwarz.

Auch die Rinde bzw. Borke ist bei den drei Eschenarten unterschiedlich. Während sie bei der Mannaesche glatt ist, weist sie im Unterschied dazu bei der Gemeinen Esche eine deutliche Furchung auf - allerdings erst ab einem Alter von etwa 40 bis 50 Jahren, wenn die Borke beginnt aufzubrechen.

 

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6. Inhaltsstoffe und Wirkung in der Medizin und Naturheilkunde

 

Bereits in der griechischen Antike und im Mittelalter galt der Eschenbaum als Medizinbaum und war eine verbreitete Heilpflanze.

So z.B. beim Arzt Hippokrates von Kos (ca. 460 - 370 v. Chr.), bei der Kräuter-Gelehrten und Benediktinerin Hildegard von Bingen (ca. 1098 - 1179) und beim Arzt Paracelsus (ca. 1494 - 1541) zu Beginn der Neuzeit.

Das lässt sich zurückführen auf die Inhaltsstoffe der Esche wie ätherische Öle, Cumarine, Flavonoide, Harze, Gerbstoffe, Mineralsalze oder Vitamine, die in Blatt, Blättersaft, Frucht, Rinde oder Samen enthalten sind und für die Zubereitung von Medizin verwendet wurden.

So verarbeitete man z.B. die gerbsäurehaltige Rinde der Gewöhnlichen Esche zu Pulver, Rindenbast, Tee-Sud, Tinktur oder Wundholz und nutzte deren Wirkung für medizinische Anwendungen und Verbände:

Sei es zur Blutstillung, Blutreinigung, Wundheilung oder gegen Entzündungen, Fieber, Ödeme oder auch als Schutz vor Schlangenbissen bzw. Schlangengift. Eschenrindentee wurde als Medizin zur Entwässerung und Fiebersenkung sowie gegen Rheuma und Schmerzen verabreicht.

Die getrockneten Früchte, Samen und insbesondere die Blätter der Esche wurden in der Naturheilkunde als harntreibendes Heilmittel gegen Ödeme und Wassersucht genutzt oder bei Gallensteinen und Leberkrankheiten sowie in Form von Salben, Tees und Umschlägen gegen Gicht und Rheuma verwendet.

Noch heute wird Eschenblätter-Tee traditionell bei Blasenentzündungen, Gicht, Wassereinlagerung (Ödeme, Wassersucht), Rheuma und weiterer Entzündungen zubereitet. Diese Eigenschaften und eine harntreibende Wirkung haben Birkenblättertee und Eschenblättertee gemeinsam.

Dem süsslichen Blutungssaft oder Phloem-Saft der Manna-Esche (Fraxinus ornus), dem sog. Manna, werden traditionell ebenfalls viele Heilwirkungen nachgesagt (vgl. Manna weiter unten).

 

 

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7. Eschengeist/Eschen-Tinktur

 

Noch heute wird in bestimmten Gegenden von Deutschland die Eschengeist-Tinktur gewonnen, weil diese eine heilende und belebende Wirkung haben soll.

Dazu werden z.B. Eschen-Samen, Melissenblätter, Majoran (Wilder Dost), Pfefferminzblätter, Rainfarnblätter (kein Farn!) und bisweilen auch Wacholderbeeren einige Wochen in Alkohol eingelegt.

Beim Münchhöfer Eschengeist, einem Franzbranntwein vom Hersteller Stählemühle in Baden-Württemberg, werden Eschenlaub und Eschensamen mit Wildkräutern und Heilkräutern wie Schafgarbe, Oregano und Klettenwurzeln angesetzt.

Anschließend wird der Münchhöfer Eschengeist mit Campher, Menthol und ätherischem Latschenkiefer-Öl zu einer hochprozentigen Tinktur (75% vol.) für die äußerliche Anwendung verarbeitet.

Die heilenden Wirkstoffe der Eschengeist-Essenz wird äußerlich zum Einreiben angewendet bei Gicht, Hexenschuss, Muskelkater und Rheuma.

 

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8. Eschenmanna (Mannit, Mannitol)

 

In der Gegend der beiden italienischen Gemeinden Castelbuono und Pollina in der Region Sizilien wird zwischen Juli und September aus der dort reichlich wachsenden Manna-Esche (Fraxinus ornus) der sog. Eschenmanna (auch Mannasirup) gewonnen.

Durch Anritzen der Rinde von Ästen oder Stämmen von Bäumen ab einem Alter von 10 Jahren bis ins sog. Kambium mit speziellen Messern kommt es zu einem Ausfluss von Saft, der durch den Kontakt mit Luft trocknet.

Dabei handelt es sich um Siebröhrensaft aus dem Phloem bzw. dem Bast-Bereich unterhalb der Borke, der mit dem Namen "Manna" bezeichnet wird.

Er weist einen Honig-ähnlichen Geruch auf und erinnert mit seinem süsslich-bitteren Geschmack an eine Mischung aus Mandeln und Honig.

Der süße, alkoholhaltige (sechswertig), klebrige und gelblich-weiße Saft der Manna-Esche enthält den Zucker-Alkohol Mannit (Mannitol) und hat eine leicht abführende (laxierende) Wirkung.

 

Foto von der Manna-Gewinnung mit speziellen Messern am Stamm der Mannaesche
Bild: Manna-Gewinnung am Stamm einer Mannaesche (Fraxinus ornus) mit speziellen Messern auf dem Eschen-Hain der La Manna di Zabbra auf Sizilien, Foto: La Manna di Zabbra (vgl. Tourismus-Empfehlung weiter unten)

 

Eschen-Manna dient von jeher in der Medizin und Naturheilkunde der Zubereitung von Hustensaft zur Schleim-Lösung, Beruhigung und Heilung von Entzündungen.

Ferner als Abführmittel bei Verstopfung und bei schmerzhaften Hämorrhoiden oder Darm- und Analfissuren zur Aufweichung des Stuhlgangs, um eine schmerzfreie Entleerung der Darms zu erreichen.

Manna erhöht die Ansammlung von Wasser im Darm und dadurch auch die Menge vom Darminhalt, was zu einer Beschleunigung der Darmtätigkeit führt. Des Weiteren soll sich Manna auch zur Heilung von Divertikel (Darmwand-Ausstülpungen) im Darmbereich eignen.

Manna ist außerdem ein natürlicher Zuckerersatz (Süßstoff) für Diabetiker, weil es bei Verzehr nicht den Blutzuckerspiegel erhöht und unabhängig von Insulin abgebaut wird.

Wird ein Stück Manna wie ein Bonbon gelutscht, dann reinigt es den Mund- und Rachenraum und verleiht einen frischen Atem.

 

Foto von länglichen, weissen  Eschenmanna-Stücken nach der Ernte in Holzkisten in einem landwirtschaftlichen Anwesen auf Sizilien
Bild: Eschen-Manna nach der Ernte auf dem Anwesen der La Manna di Zabbra, → vgl. nachfolgende Empfehlung

 

Der Manna-Anbau auf einem Eschen-Hain in Italien:

 

Kreisrundes Logo von La Manna di Zabbra

 

Die Agriturismo Biologico La Manna di Zabbra befindet sich in der Nähe von Pollina in der Provinz Palermo auf Sizilien.

Das paradiesisch gelegene landwirtschaftliche 14 ha grosse Anwesen mit biologischem Gemüse-Anbau verfügt über einen kultivierten Eschen-Hain zur Manna-Gewinnung, ein Bio-Restaurant (Trattoria) und einige Gästezimmer für einen Urlaub auf dem Bauernhof.

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9. Bedeutung als Rohstoff und Holz-Eigenschaften

 

Nach Buche und Eiche zählt der Eschenbaum zu den wichtigsten einheimischen Edel-Laubbäumen und Laub-Nutzhölzern.

Speziell das ringsporige Holz der Gewöhnlichen Esche ist sehr robust, gut spaltbar, sehr elastisch, zugfest, abbriebfest, bruchsicher und läßt sich besonders faserfrei drechseln, nageln, schrauben, verleimen und sägen. Zudem läßt sich die Esche gedämpft wie auch die Buche sehr gut biegen (→ Begriffserklärung ²).

Mit einer Darrdichte (= Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) von etwa 690 kg pro Kubikmeter zählt das Eschenholz zum sog. Hartholz.

Neben seiner lebhaften Musterung verfügt Eschenholz über ein breites farbliches Spektrum: seine in unbehandeltem Zustand helle Farbe reicht von blass-gelblich, blass-grau bis schwach rötlich.

Zu beachten ist, daß das helle Eschenholz, wenn der Baum etwa ein Alter von 60 bis 70 Jahren erreicht hat, die Farbe ändert in braun bis dunkelbraun, weil das Kernholz verkernt. Je nach Zeit-Geschmack kann dieser Braunkern zu einer Holzentwertung führen.

Die Oberfläche von Eschenholz läßt sich sehr gut von Hand oder mit Maschinen behandeln, sei es durch beizen, dämpfen, polieren oder schleifen, und ist sehr widerstandsfähig gegen Laugen und Säuren.

Aufgrund seiner hohen Elastizität ist Eschenholz sehr gut zum Dämpfen von Vibrationen aller Art. Gegen Witterung, Pilze und Schädlinge ist das Eschenholz selbst nach dem Imprägnieren nicht beständig und eignet sich daher weniger für den Aussenbereich.

 

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10. Eschenholz-Verwendung

 

Wegen seiner hohen Biegefestigkeit bei einer Krafteinwirkung (Elastizität), Tragfähigkeit und Zugfestigkeit findet Eschenholz Verwendung bei der Herstellung von Turngeräten und Sportgeräten:

Wie auch das Holz von Birke, Buche oder Mahagoni-Baum wird das Eschenholz gerne für Baseballschläger, Eishockeyschläger, Paddeln, Pinnen und Ruder für Kanus oder Ruderboote eingesetzt. Nach Buchenholz ist Eschenholz außerdem die wichtigste Holzart zur Herstellung von Biegeformteilen.

Nicht zu vergessen, daß Holzschlitten wie der Grindelwalder Schlitten, Aroser Schlitten und Davoser Schlitten traditionell aus Eschenholz gefertigt werden. Dabei handelt es sich um drei weit verbreitete Rodelschlitten in der Schweiz.

 

Foto von einem Schanfigger oder Aroser Schlitten aus hellem Eschenholz
Bild: Aroser Schlitten aus dem Schanfigg-Tal in Graubünden (Schweiz), auch Schanfigger Schlitten

 

Das Eschenholz wird auch für Bretter, Holz-Kisten, Leitern, Leitersprossen, Masten, Paletten, Spazierstöcke, Werkzeuggriffe oder Werkzeugstiele verwendet (z.B. Beilstiele, Hammerstiele, Schaufelstiele, Hacken- und Rechenstiele).

In der Antike und im Mittelalter wurde Eschenholz aufgrund seiner hohen Bruchsicherheit und Elastizität für Waffen wie Armbrüste, Bögen, Jagdspiesse, Lanzen oder Speere verwendet. Als Waffenbaum wurden Eschen deshalb in früheren Zeiten in der Nähe von Burgen gepflanzt.

Allgemein liefert die Esche wertvolles Tischlerholz für den Möbelbau (z.B. Betten, Schränke, Schreibtische, Wohnzimmertische), Arbeitsplatten (z.B. Küchenarbeitsplatte) sowie Furnierholz im Innenausbau für Decken- und Wandverkleidungen sowie für Geländer.

Das liegt an der hohen Abbriebfestigkeit, weshalb das Holz der Esche ideal für Bodenbelag ist, der unter starker mechanischer Beanspruchung steht wie Fußboden-Dielen, Treppenstufen und Fertigparkett/Parkett.

Auch als Gitarrenholz eignet sich die Esche und ihr Holz wird im Gitarrenbau für Gitarren verwendet, die einen langen Sustain aufweisen sollen, d.h. bei denen der erzeugte Ton lange ausschwingen soll.

Ferner werden einige Modelle der überwiegend in der Rockmusik eingesetzten E-Gitarren des US-Herstellers Fender mit einem massiven Korpus (englisch: Solidbody Guitars) aus Eschenholz hergestellt.

In früheren Zeiten diente das Eschenholz dem Bau von Autos, Flugzeugen, Holzski, Landmaschinen, Waggons und Wagen-Teile wie Deichseln, Felgen, Naben oder Speichen.

Es verwundert daher kaum, daß früher die Deutsche Reichsbahn (1919 - 1945) die Esche aufgrund ihrer robusten Holzeigenschaften für den Bau zahlreicher Modelle ihrer Waggons und Personenwagen sowie für deren Innenausstattung (z.B. Sitzbank-Latten und Wandverkleidungen) verwendet hat.

 

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11. Verwendung als Brennholz und Kaminholz (Brenneigenschaften)

 

Eschen sind als Brennholz und Kaminholz gut geeignet, weil sie schnell trocknen und mit 2100 kwh/rm einen gleich hohen Brennwert wie Buchenholz, Eichenholz und Robinienholz aufweisen.

Wie auch Birkenholz schlägt Eschenholz beim Verbrennen wenig Funken und weist ein schönes Flammenbild auf, weshalb es sich gut für offene Kamine eignet.

Allerdings stehen diesen Vorteilen auch Nachteile gegenüber: Eschenholz hat wegen seiner hohen Darrdichte ein relativ hohes Gewicht und läßt sich zwar leicht sägen, aber sehr schwer spalten.

Deshalb ist im Vergleich zu Birkenholz das schwere und zähe Eschenholz als Brennholz für den Kamin eher unbeliebt.

 

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13. Bedeutung in der Natur und Ökologie

 

Die Esche bietet über 40 Insekten-Arten wie Käfern und Schmetterlingen einen wichtigen Lebensraum, die sich von den Blättern und der Rinde ernähren. Das sich schnell zersetzende Eschenlaub verbessert die Qualität des Bodens und erhöht die Humus-Menge.

Viele Wildtiere ernähren sich außerdem von Zweigen und Blättern der Eschenbäume, was sich z.B. im Wald an ihrem starkem Wildverbiss zeigt.

Die Esche gilt als Pionierbaumart, die durch ihr Ausschlag-Freudigkeit und hohe Wuchsgeschwindigkeit schnell freie Flächen besiedeln kann.

Dabei helfen ihr auch die feste und tiefe Verwurzelung im Boden sowie die Elastizität ihres Baumstammes (vgl. Holzeigenschaften), wodurch Eschen relativ unempfindlich gegen Sturmschäden sind und sogar zu den standfestesten Bäumen nach Eiche, Kiefer (speziell Zirbelkiefer) und Tanne zählen.

In freier Natur stützen die breiten und tiefen Wurzeln der Esche erosionsgefährdete Flächen und Hänge. Das gilt speziell für feuchte Ränder und Böschungen an Bächen, Flüssen und Seen, wo die Eschenwurzeln verhindern, daß fester Boden von Wasser unterspült und abgetragen wird.

Als Laubfutterbaum wurde das Laub der Eschen in früheren Zeiten auch als Viehfutter verwertet und diente wegen seiner heilenden Wirkungen auch als Kost für kranke Tiere. Aus diesem Grund findet man viele alte Eschenarten in der Nähe von Bauernhöfen.

 

Foto einer einzelnen Esche, die an der Mauer von einem Bauernhof-Stadel in Oberbayern wächst
Bild: Junge Esche wächst an der Mauer von einem Bauerhof-Stadel in Oberbayern *

 

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14. Bedeutung in der Baumsymbolik und Mythologie

 

Eschen haben in der Baumsymbolik von jeher eine wichtige symbolische Bedeutung, wenngleich sie dabei nicht an die Birke, Eiche oder Linde heranreichen:

Die Esche galt in Nord-Europa als heilig und spielte eine große Rolle in der germanischen Mythologie als der Weltenbaum Yggdrasil: die immergrüne Weltesche bzw. immergrüne Weltenesche im Zentrum des Universums.

In der nordischen Mythologie Edda, einer Liedersammlung über Götter und Helden aus dem 13. Jahrhundert, verband der Weltenbaum Yggdrasil mit seinem Laubdach, Stamm und seinen drei Wurzeln die Erde (Erdoberfläche), das Erdinnere (Unterwelt) und den Himmel bzw. das Weltall (Oberwelt).

Yggdrasil verband somit das Reich der Götter, der Menschen und Riesen sowie der Zwerge und Toten.

In der germanischen Mythologie hielten die Götter Gericht im Schatten der Weltenesche.

Aus diesem Grund waren Eschen auch in früheren Zeiten beliebte Gerichtsbäume.

 

Gemälde von Oluf Olufsen Bagge von 1847 vom Weltenbaum Yggdrasil
Bild: Weltenbaum Yggdrasil
(Gemälde von Oluf Olufsen Bagge, 1847)

Eine zentrale Rolle spielt die Mythologie vom Weltenbaum Yggdrasil im vierten Teil "Götterdämmerung" der Oper "Ring des Nibelungen" von Richard Wagner. Dort stürzt als Symbolik des Untergangs der Götterwelt die Weltenesche in sich zusammen.

In der römischen Mythologie sollen die Pfeile vom Liebesgott Amor aus Eschenholz gewesen sein. Und ein Eschenzweig als Symbol über dem Bett war in Schottland gut für das Eheglück. Allgemein wurde Eschen nachgesagt, daß sich unter ihrem Laub oder Schatten keine Schlangen aufhalten würde.

Und nicht zu vergessen sollen der Vampir-Mythologie nach magische Bäume wie die Esche, aber auch Ahorn, Eiche, Espe, Weißdorn (Hagedorn) und Wacholder besonders gut geeignet sein, wenn man einen Vampir beseitigen oder sich vor ihm schützen will.

Sei es, daß man ihm einen Holzpflock durchs Herz stößt, der aus dem Holz dieser Baumarten hergestellt wurde, oder daß man sich Zweige dieser Baumarten über die Tür hängt.

 

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15. Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

Nachfolgend weitere Bilder zum Bestimmen von Eschen in freier Natur und Detail-Fotos:

 

Foto von einem Eschen-Zweig mit Knospen und Blüten
Bild: Eschenzweig mit Knospen und Blüten einer Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) in der Nähe von Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg) Ende April

Foto der Blätter und der Blüte einer Blumenesche Fraxinus ornus
Bild: Manna-Esche/Blumenesche (Fraxinus ornus) mit angenehm duftender Blüte und Blättern Anfang Mai

Foto einer Hängeesche Fraxinus excelsior Pendula mit hängender Wuchsform
Bild: Hängeesche (Fraxinus excelsior 'Pendula') Ende November, Wuchsgröße bis 15 m, hängende Wuchsform

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)

 

¹ Nachfolgend finden sich Beispiele für immergrüne Eschenarten oder Eschen, die als Sträucher wachsen:

Immergrüne Eschen sind z.B. die Mexikanische Esche (Fraxinus uhdei), die auch als Indoor-Bonsai-Pflanze nach Deutschland importiert wird, oder die Himalayische/Griffith’s Esche (Fraxinus griffithii).

Als Strauch können z.B. die Bunges Blumen-Esche (Fraxinus bungeana) oder die Afghanische Esche (Fraxinus xanthoxyloides) wachsen.

² Nachfolgend eine Definition und Begriffserklärung zum Dämpfen und Biegen von Eschen-Holz:

Unter dem Begriff "Holz-Dämpfung" versteht man eine Methode der Bearbeitung von Holz mit heißem Wasserdampf zwischen 80 und weniger als 100 Grad Celsius Temperatur. Werden höhere Temperaturen als 100 Grad beim dämpfen gewählt, dann besteht die Gefahr, daß Holzfasern reißen.

Durch das Dämpfen werden vorhandene Schädlinge wie z.B. Pilze im Holz beseitigt und innere Spannungen im Holz reduziert. Außerdem werden dem Holz bestimmte Stoffe wie z.B. Gerbstoffe, Lignin oder Harze entzogen, die u.a. verantwortlich dafür sind, daß Holz nach der Verarbeitung "arbeitet", d.h. sich im Laufe der Zeit verformt.

Um so länger gedämpft und um so höher die Temperatur beim Dämpfen gewählt wird, desto stärker dunkelt die Holz-Farbe ab und es kommt zur Vereinheitlichung von Farbunterschieden zwischen Kernholz und Splintholz. Die Intensivierung der Eigenfarbe läßt junges Holz wie Altholz aussehen und erübrigt meist zusätzliches Beizen.

Weiter kann man Holz durch dämpfen auch biegen und infolgedessen Formbiegeteile herstellen. Zum Dämpfen eignet sich das Holz von Laubbäumen wie Buche, Eiche, Esche, Nussbaum, Pappel und Robinie. aber auch von Nadelbäumen wie Douglasie, Fichte und Kiefer oder Obstbäumen wie Birne, Kirsche und Pflaume.

* Foto © Oliver Fries