Was sind Eschen? Eine Definition
In der Botanik zählt die Esche (Fraxinus) zur Pflanzen-Familie der Ölbäume bzw. Ölbaumgewächse (Oleaceae), zu denen auch Sträucher wie Flieder, Forsythie, Jasmin und Liguster zählen. Weltweit umfasst die Esche etwa 65 Baum- und Strauch-Arten, die meisten davon in Nordamerika.
Die Eschen (englisch: ash trees) sind überwiegend sommergrüne Laubbäume und kommen selten immergrün oder als Sträucher in der freien Natur vor. Die Wurzel der Esche ist breitwurzelnd und zählt zu den tiefwurzelnden Bäumen.
Wo wachsen Eschen? Eschenbäume sind sehr anpassungsfähig und können sowohl auf trockenem, kalkhaltigem Boden als auch auf feuchtem Boden in Flussgebieten, Auen und an Ufern wachsen.
Von zwei verschiedenen Arten wie "Kalkeschen" oder "Wassereschen" kann man jedoch nicht sprechen, weil es immer der gleiche Baum ist.
Die Esche zählt wie Birke, Pappel und Weide zu den schnellwachsenden Bäumen und kann bis zu 300 Jahre alt werden. Sie gehört außerdem zu den sog. Lichtbaumarten im Garten, die viel Licht benötigen, um wachsen zu können.
Eschenbäume sind dreihäusig, d.h. auf einer Esche können rein weibliche Blüten, rein männliche Blüten oder Zwitterblüten vorkommen, die mit Windbestäubung befruchtet werden.

Besonderheiten der Blätter
In der Baum-Bestimmung sind die ausschlagfreudigen typisch für ihre exakt gegenständigen und unpaarig gefiederten Blätter, die bis zu 30 cm lang werden können.
Die Esche ist außerdem der einzige Laubbaum in der Baumkunde, der im Herbst seine Blätter ohne Herbstfärbung in grünem Zustand abwirft und dabei seine geflügelten Früchte bis in den Winter hinein behält.
Grund dafür ist, dass die Eschen als Standort einen sehr nährstoffreichen Boden bevorzugen und es deshalb für sie im Gegensatz zu anderen Laubbäumen (z.B. Ahornbäume) nicht notwendig ist, den Stickstoff aus den Blättern in die Äste zurückzuziehen.
Die Esche ist außerdem der am spätesten austreibende heimische Laubbaum und läßt sich dafür manchmal bis zum Monat Juni Zeit. Im Juli sind dann bereits die auffällig samtig-schwarzen Knospen für das nächste Jahr ausgebildet.
Der Grund für den späten Blatt-Austrieb der Eschen liegt vermutlich an ihrer ringporigen Holzstruktur, bei der nur der äußerste Jahresring für die Wasserleitung von den Wurzeln zu den Ästen aktiv ist und im Frühjahr erst gebildet werden muß.
Bäume mit einer zerstreutporigen Holzstruktur wie Ahorn, Birke, Buche, Linde oder Pappel treiben deshalb im Frühjahr früher die Blätter aus.
Arten, Sorten, Beispiele
In Europa kommen hauptsächlich die folgenden drei Eschenarten vor:
Alle drei einheimischen Bäume sind frosthart und haben Nuss-Früchte. Aus Asien stammt ferner die tropische und immergrüne Chinesische Esche (Fraxinus sinensis), die als Bonsai-Pflanze nach Deutschland importiert wird.
Gewöhnliche Eschen erreichen eine Wuchshöhe von über 40 Meter und Schmalblättrige Eschen eine Wuchshöhe zwischen 20 und 30 Metern. Sie zählen zu den höchsten Laubbäumen in Europa und zu den Großbaum-Arten.
Die Manna-Esche wächst dagegen als Kleinbaum oder mittelgroßer Baum und wird zwischen 6 und 15 Metern hoch.
Die schnellwachsende Eberesche oder Vogelbeere (Sorbus aucuparia) verdankt ihren Namen dem Umstand, dass ihre Blätter denen der Esche sehr ähnlich sehen. Der Laubbaum ist aber botanisch nicht mit den Eschen-Arten verwandt und zählt zu den Rosengewächsen.
Medizinische Bedeutung, Inhaltsstoffe
Bereits in der Antike und im Mittelalter war der Eschenbaum ein Medizinbaum und Heilpflanze, dessen Blatt, Frucht, Rinde oder Samen für die Zubereitung von Medizin verwendet wurden.
Zurückführbar war das auf heilende Wirkstoffe wie ätherische Öle, Cumarine, Flavonoide, Gerbstoffe, Harze, Mineralsalze, Vitamine.
So wurde z.B. die Rinde der Gewöhnlichen Esche als Pulver, Rindenbast, Tee-Sud, Tinktur, Wundholz oder für Verbände genutzt.
Sei es zur Blutstillung, Blutreinigung, Wundheilung oder gegen Entzündungen, Fieber, Schlangengift eingesetzt.
Die getrockneten Früchte, Samen und Blätter der Esche wurden als harntreibendes Heilmittel gegen Gallensteine, Leberkrankheiten, Ödeme und Wassersucht sowie als Salben gegen Gicht und Rheuma verwendet.
Noch heute wird in bestimmten Gegenden von Deutschland der Eschengeist gewonnen. Dazu werden Eschen-Samen, Melissenblätter, Majoran (Wilder Dost), Pfefferminzblätter und Rainfarnblätter (kein Farn!) einige Wochen in Alkohol eingelegt.
Eschengeist wird äußerlich zum Einreiben gegen Gicht, Hexenschuss, Muskelkater und Rheuma angewendet.
Die jungen, noch klebrigen Eschen-Blätter werden auch gerne als Salate in der Küche verarbeitet.
Aus der Manna-Esche wird z.B. in Sizilien Eschenmanna durch Anritzen der Rinde bis ins sog. Kambium gewonnen. Der süße, alkoholhaltige (sechswertig) und klebrige Saft der Manna-Esche enthält Mannit und dient von jeher in der Medizin für die Zubereitung von Hustensaft oder auch als Abführmittel bei Verstopfung.

Bedeutung als Rohstoff und Holz-Eigenschaften
Nach Buche und Eiche zählt der Eschenbaum zu den wichtigsten einheimischen Edel-Laubbäumen und Laub-Nutzhölzern.
Speziell das ringsporige Holz der Gewöhnlichen Esche ist sehr robust, gut spaltbar, sehr elastisch, zugfest, bruchsicher und läßt sich besonders faserfrei biegen, drechseln, nageln, sägen, schleifen, schrauben und verleimen.
Mit einer Darrdichte (= Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) von 670 kg pro Kubikmeter zählt Eschenholz zum Hartholz.
Auch die Oberfläche von Eschenholz kann sehr gut gebeizt oder poliert werden und ist sehr widerstandsfähig gegen Laugen und Säuren.
Aus diesen Gründen wird das Eschenholz wie auch das Holz von Birke, Buche oder Mahagoni-Baum gerne zur Herstellung von Sportgeräten wie Baseballschläger, Eishockeyschläger, Paddeln, Pinnen und Ruder für Kanus oder Ruderboote sowie Holz-Schlitten eingesetzt.
Das Eschenholz wird auch für Biegeformteile, Holz-Kisten, Leitern, Leitersprossen, Masten, Paletten, Werkzeuggriffe, Werkzeugstiele verwendet und diente früher dem Bau von Autos, Flugzeugen, Holzskier, Landmaschinen und Waggons.
Wegen seiner hohen Bruchsicherheit wurde Eschenholz in der Antike und im Mittelalter auch für Waffen wie Jagdspiesse, Lanzen oder Speere verwendet. Als Waffenbaum wurden Eschen deshalb gerne in der Nähe von Burgen gepflanzt.
Allgemein liefert die Esche wertvolles Tischlerholz für den Möbelbau (z.B. für Schreibtische) sowie Furnierholz im Innenausbau für Fertigparkett/Parkett, Decken- und Wandverkleidungen.
Gegen Witterung ist das Eschenholz unbehandelt nicht beständig und eignet sich daher weniger für den Aussenbereich.
Als Brennholz sind Eschen gut geeignet, allerdings ist deren Holz schwer spaltbar. Deshalb ist Eschenholz als Brennholz eher unbeliebt, obwohl es mit 2100 kwh/rm einen gleich hohen Brennwert hat wie Buchenholz und Eichenholz.
Bedeutung in der Natur
Die Esche bietet vielen Insekten wie Käfern und Schmetterlingen sowie Pilzen einen wichtigen Lebensraum. Das sich schnell zersetzende Eschenlaub wirkt bodenverbessernd.
Viele Wildtiere ernähren sich von Zweigen und Blättern der Eschenbäume, was sich z.B. im Wald an ihrem starkem Wildverbiss zeigt.
Als Laubfutterbaum wurde das Laub der Eschen in früheren Zeiten auch als Viehfutter verwertet und diente wegen seiner heilenden Wirkungen auch als Kost für kranke Tiere.
Aus diesem Grund findet man viele alte Eschenarten in der Nähe von Bauernhöfen.
Wegen ihrer festen Verwurzelung und Elastizität sind Eschen relativ unempfindlich gegen Sturmschäden.
Bedeutung in der Baumsymbolik und Mythologie
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Eschen haben in der Baumsymbolik von jeher eine wichtige symbolische Bedeutung:
Die Esche galt in Nord-Europa als heilig und spielte eine große Rolle in der germanischen Mythologie als der Weltenbaum Yggdrasil: die immergrüne Weltesche bzw. immergrüne Weltenesche im Zentrum des Universums.
Der Weltenbaum Yggdrasil umspannte in der nordischen Mythologie mit seinem Laubdach und seinen drei Wurzeln Erde, Himmel, Unterwelt, Weltall und verband das Reich der Menschen, Götter, Riesen und Zwerge.
In der germanischen Mythologie hielten die Götter Gericht im Schatten der Weltenesche. Aus diesem Grund waren Eschen auch in früheren Zeiten beliebte Gerichtsbäume.
Eine zentrale Rolle spielt die Mythologie vom Weltenbaum Yggdrasil auch im vierten Teil "Götterdämmerung" der Oper "Ring des Nibelungen" von Richard Wagner. Dort bricht als Symbolik beim Untergang der Götterwelt die Weltesche.
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In der römischen Mythologie sollen die Pfeile vom Liebesgot Amor aus Eschenholz gewesen sein. Und ein Eschenzweig als Symbol über dem Bett war in Schottland gut für das Eheglück.
Und nicht zu vergessen soll der Vampir-Mythologie nach das Holz der Esche (oder von Ahorn, Espe oder Hagedorn) besonders gut geeignet sein, wenn man einen Vampir beseitigen will, indem man ihm einen Holzpflock durchs Herz stößt.
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