Amberbäume - Der Amberbaum
 

Definition und Merkmale

 

Die Amberbäume (Liquidambar) sind sommergrüne Laubbäume und zählen in der Botanik zur Pflanzen-Gattung der Altingiaceae (Zaubernussgewächse). Sie kommen natürlich in Nordamerika, Kanada und Asien vor.

In Europa waren die Amberbäume vor etwa 2,5 Millionen Jahren einheimisch bis zum Beginn der Eiszeit bzw. dem Ende der Tertiär-Zeit mit wärmeren Klima als heute. Das beweisen z.B. fossile Blätter, die im Tagebau Hambach in Nordrhein-Westfalen gefunden wurden.

Der Amberbaum (englisch: sweet gum) ist wie die Pinie in Italien oder die Eiche in Deutschland ein typischer Baum in Nordamerika. Seit dem 17. Jahrhunderts wird der Amberbaum aber auch in Deutschland und Europa als winterharter Zierbaum in Gärten und Parks kultiviert.

Der Amberbaum weist eine pyramidenförmige Krone auf und wird als Großbaum zwischen 20 und 45 Meter groß und bis zu 10 Meter breit. Wie die Eschen zählt er damit zu den höchsten Laubbäumen in Europa.

Die typische Blütezeit der Amberbäume mit ihren gelbgrünen Blüten ist im Monat Mai. Besonders in jungen Jahren zählt der Amberbaum zu den langsam wachsenden Bäumen.

Im Herbst gibt es kaum andere Laubbäume, die durch ein so leuchtendes Rot (Karminrot) ihrer fünf- bis siebenlappigen Blätter auffallen, welche etwas den Ahornblättern ähneln.

 

Bild der leuchtend roten siebenlappigen Blätter eines Taiwanesischen Amberbaumes Liquidambar formosana im Herbst
Bild: Taiwanesischer Amberbaum (Liquidambar formosana) im Herbst

Foto der gelb-rot leuchtend siebenlappigen Blätter eines Amerikanischen Amberbaumes Liquidambar styraciflua im Herbst
Foto: Amerikanischer Amberbaumes (Liquidambar styraciflua) im Herbst

 

Arten, Sorten, Beispiele

 

In Deutschland ist nur eine Art der Amberbäume frosthart und winterhart:

 

  • Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua): auch Storaxbaum oder Seesternbaum wegen seiner seestern-artigen Blätterform

 

In der Baumschule kann man verschiedene Kleinbaum-Züchtungen und -Sorten von diesem Amberbaum auch als Hochstamm kaufen, wie z.B. die Sorte

 

  • 'Oktoberglut' (Liquidambar styraciflua 'Oktoberglut'): wird 3 Meter gross
     
  • 'Gumball' (Liquidambar styraciflua 'Gumball'): auch Kugelamberbaum, bildet eine Kugelform aus und wird 5 Meter gross

 

Andere Arten benötigen ein mildes und dauerhaft warmes Klima und sind in Deutschland nur im Botanischen Garten zu finden:

 

  • Taiwanesicher Amberbaum (Liquidambar formosana): in China, Laos, Korea, Taiwan, Vietnam heimisch
     
  • Chinesischer Amberbaum (Liquidambar acalycina): in China heimisch
     
  • Orientalischer Amberbaum (Liquidambar orientalis): in Griechenland und der Türkei heimisch

 

Vom Preis her zählt der Amberbaum zu den teureren Laubbaumarten, deshalb sollten vor dem Kauf die Standort-Bedingungen im heimischen Garten geprüft werden.

 

Bedeutung als Rohstoff und Werkstoff

 

Als Werkstoff wird das Holz des Amberbaumes gerne für Furnier und Kunsttische verwendet, nicht zuletzt aufgrund seines lange anhaltenden und würzigen Geruches und seiner Farbe, die mit ihrem rötlichem Nuss-Satin dem Mahagony-Holz und dem Walnussholz ähnelt.

Im Handel wird Amberbaumholz deshalb auch unter dem Namen "Satin Walnut" verkauft.

Das Amberbaumholz zählt mit einer Darrdichte (= Rohdichte im absolut getrockneten Zustand) von 560 kg pro Kubikmeter zum Hartholz. Die Zweige von Amberbäumen eignen sich auch als Wünschelrute.

Das Harz des Amberbaumes dient außerdem als Grundstoff für die Kaugummi-Herstellung, weshalb die Baumart in Amerika auch Sweetgum genannt werden.

 

Foto von grünen Sommer-Blättern eines Amerikanischen Sweetgums
Foto: Blätter von einem Amerikanischen Sweetgum (Liquidambar styraciflua)

 

Bedeutung in der Medizin und Naturheilkunde

 

Das Harz aus dem Hochstamm der Amberbäume (Balsamum Liquidambar), auch Storax (Styrax) genannt, ist in der Medizin und Volksheilkunde von Bedeutung als entzündungshemmendes und schleimlösendes Mittel.

Deshalb wurde und wird der Amberbaum als Heilpflanze gerne bei Erkältungen und Husten verwendet.

Um Storax (Styrax) herzustellen, wird zunächst die Rinde und das Splintholz ausgekocht und daraus ein Rohbalsam gewonnen. Der aus dem Rohbalsam hergestellte Alkoholextrakt wird dann als Storax bezeichnet.

 

Bedeutung als Duftstoff

 

Als Duftpflanze liefert der Orientalische Amberbaum den süßlich, vanille-artig duftenden und beruhigenden Balsam Storax (Styrax), der dem Harz-Geruch vom Storaxbaum (Styrax officinalis) ähnelt.

Das intensive Aroma des Balsams resultiert aus seinen Inhaltsstoffen wie Zimtsäure und Vanillin. Storax (Styrax) kommt z.B. in der Aromatherapie, in Tabak-Mischungen oder als Duftbinder und Grundstoff bei der Seifen- und Parfum-Herstellung zum Einsatz.

Weiter wird Storax (Styrax) für die Aromatisierung von Backwaren und Kaugummi verwendet.

Auch zum Räuchern spielt der Storax (Styrax) in der griechisch-orthodoxen Kirche neben dem Weihrauch eine wichtige Rolle und es wird vermutet, dass er einer der vier heiligen Räucherstoffe ist, die im Alten Testament Erwähnung finden.

 

Bedeutung in der Baumsymbolik und Mythologie

 

In der Baumsymbolik steht der Amberbaum allgemein für Schutz. In der griechischen Mythologie und Spätantike sind die Baum-Harze der Amberbäume der Göttin Hekate zugeordnet.

Hekate war die Göttin der Zauberkunst und Hexen, der Zauberpflanzen, der Magie, der Giftpflanzen, des Spuks, der Totenbeschwörung sowie eine Symbolik für Wegkreuzungen.

Der flüssige Baumharz (Storax, Styrax) der Amberbäume soll im alten Griechenland besondere symbolische Bedeutung als magisches Räuchermittel für Hekate gehabt haben.

 

Bild von der Rinde eines Liquidambar styraciflua im Winter
Bild: Rinde von einem Amerikanischen Amberbaum (Liquidambar styraciflua) im Winter

 

Hinweise zu Standort, Pflanzen, Schneiden und Pflege-Tipps

 

Wo wachsen Amberbäume? Einen Amberbaum sollte man sonnigen Plätzen pflanzen und dazu möglichst im Frühjahr, damit die Wurzeln sich bis zum Winter-Beginn ausreichend im Boden verankern können.

Als Frostschutz sollte nach Möglichkeit bei jungen Bäumen auch das Laub im Herbst liegen gelassen werden.

Die Amberbäume bedürfen kaum Pflege, denn sie sind nahezu resistent gegen Schädlinge (allerdings sind bisweilen die Wurzeln gegen Trockenheit empfindlich).

Schneiden muss man den Amberbaum ebenfalls nicht. Allerdings sollte er bei einem niederschlagsarmen und heissen Sommer regelmäßig gegossen werden.

Nach sehr kalten und frostreichen Wintern kann es passieren, dass der Amberbaum-Austrieb später als gewöhnlich im Mai stattfindet.

Um zu verhindern, dass neue Triebe nicht bis zum Winter ausreifen, sollte man bis spätestens August den Amberbaum düngen mit etwas Kompost oder Mineraldünger.

 

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