Trauerblumen: Grabblumen und Friedhofsblumen
 

Was sind Grabblumen und Friedhofsblumen? Eine Definition

 

Der Begriff "Trauerblume", "Grabblume" oder "Friedhofsblume" (englisch: grave flowers, cemetery flowers) stammt nicht aus der Botanik, sondern bezeichnet Blumen-Arten, die nach der Beerdigung zum Beflanzen von Gräbern und Grabstätten auf Friedhöfen verwendet werden.

Für die Grabgestaltung eignen sich besonders Beetblumen, die relativ pflegeleicht und mehrjährig haltbar sind. Natürlich können aber auch Blumen für das Grab ausgewählt werden, die dem Grabpfleger besonders gefallen oder dem Verstorbenen besonders gefallen haben.

 

Foto von Grabblumen und Beispiele für die Grabbepflanzung auf einem Friedhof bei München in Oberbayern
Bild: Grabblumen und Beispiele für die Grabbepflanzung auf einem Friedhof bei München (Bayern)

 

Sorten, Arten, Beispiele

 

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht typischer Grabblumen und beliebter Trauerblumen, wie man sie auch in der Gärtnerei (Friedhofsgärtnerei) oder Trauerfloristik als einjährige und mehrjährige krautige Pflanzen (→ Stauden) kaufen kann:

 

  • Semperflorens-Begonien (Begonia ×semperflorens-cultorum): auch Eisbegonien
  • Chrysanthemen (Chrysanthemum): Symbol für Liebe über den Tod hinaus
  • Gerbera (Gerbera)
  • Geranien (Geranium): auch Storchschnäbel
  • Hornveilchen (Viola cornuta)
  • Calla-Lilien/Zantedeschien (Zantedeschia): nicht zu verwechseln mit Drachenwurz (Calla palustris)
  • Weisse Lilien (Lilium): Symbol für Reinheit, verschieden Arten zählen zu den ältesten Zierpflanzen
  • Fleißiges Lieschen (Impatiens walleriana): immergrün
  • Nelken (Dianthus): symbolisieren Treue und die Passion
  • Pfingstrosen (Paeonia): ein Mariensymbol
  • Primeln/Schlüsselblumen (Primula): auch beliebter Blütentee
  • Ringelblume (Calendula): auch Totenblume, Symbol für Erlösung und Ewigkeit
  • Garten-Stiefmütterchen (Viola wittrockiana): symbolisieren in der Blumensprache die Erinnerung
  • Studentenblume/Sammetblume (Tagetes): auch Totenblume
  • Tulpe (Tulipa)
  • Vergissmeinnicht (Myosotis)

 

Auch verschiedene Rosenarten wie die Beetrose (Polyantha-Rosen oder Floribundarosen) werden bei der Grabgestaltung gerne als Trauerblumen gewählt.

Als Symbole haben Rosen abhängig von ihrer Farbe verschiedene Bedeutungen: während rote Rosen ein Sinnbild der Liebe darstellen, steht die weiße Rose für Reinheit, Tod und Vergänglichkeit.

Traditionell werden für Grabsträuße Trauerblumen mit weißen Blütenblättern gewählt (z.B. weiße Lilien, weiße Nelken oder weiße Rosen), weil die Farbe weiß in der Blumensprache für Reinheit und Tod steht.

 

Blumen fürs Grab im Winter

 

Im Winter, wenn die Temperaturen unter Null Grad liegen und keine Grabblumen angepflanzt werden können, eignen sich besonders gut Schnittblumen aus dem Blumenladen wie Rosen, Chrysanthemen und Nelken, um sie aufs Grab zu legen, weil sie auch bei Frost mehrere Wochen haltbar sind.

Als frostfeste und winterharte Blumen für Gräber eignen sich z.B. Winterblumen wie verschiedene Narzissen-Sorten (Narcissus) und Christrosen bzw. Schneerosen (Helleborus).

 

Bild von Friedhofsblumen auf einem Grab in Hohendilching bei Miesbach in Bayern
Foto: Friedhofsblumen auf einem Grab ohne Grabschmuck und Gestecke bei Miesbach (Oberbayern)

 

Wie kann man den Aufwand für die Grabpflege verringern?

 

Ein Grab komplett mit Pflanzen zu bestücken, die im Jahr mehrmals ausgetauscht werden, bedeutet einen relativ hohen Pflegeaufwand.

Zudem müssen viele Grabblumen bei normaler Witterung im Frühjahr und Sommer regelmässig gegossen werden, was eine Dauergrabpflege erforderlich macht.

Wohnt der Grabpfleger allerdings weiter weg, ist eine mehrmalige Pflege der Friedhofsblumen auf der Grabanlage  aus zeitlichen Gründen oft nicht möglich.

Wenn für die laufende Grabpflege nicht die Dienste von einem Gärtner bzw. Friedhofsgärtner in Anspruch genommen werden sollen, kann beispielsweise nur ein Teil des Grabes als begrenztes Wechselbeet für saisonale Grabblumen ausgespart werden.

Für die restliche Grabfläche kommt dann eine pflegeleichtere immergrüne Dauer- und Winterbepflanzung zum Einsatz, die gleichzeitig ewiges Leben und Unsterblichkeit symbolisiert.

Zur Auswahl stehen dazu immergrüne Bodendecker (z.B. Efeu, Immergrün, Kriech-Wacholder), Kleinbäume (z.B. Buchs, Eibe) oder winterharte Stauden-Pflanzen (z.B. immergrüne Bergenien).

Die immergrünen Grabeinfassungen bieten den Vorteil, dass die Gräber auch nicht übermäßig vernachlässigt wirken, selbst wenn saisonale Trauergestecke oder Friedhofsblumen im Herbst und Winter verwelkt sind.

 

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