Was ist Spinatgemüse? Eine Definition
Der Begriff Spinatgemüse stammt nicht aus der Botanik, sondern ist ein für Küche, Kochbücher und Rezepte verwendete Bezeichnung.
Mit "Spinatgemüse" (englisch: spinach vegetable) sind in diesem Lexikon essbare Blattgemüse-Arten gemeint, die nicht zu den Kohl-Arten, den Lauch-Arten und auch nicht zu den Blattsalaten und Wildsalaten zählen.
Typischerweise werden beim Spinat-Gemüse die Blätter mit Stängel gedünstet, gekocht oder blanchiert. Beim Blanchieren werden die Pflanzen etwa eine halbe Minute lang in kochendes Wasser getaucht und anschließend mit kaltem Wasser abgeschreckt, um Farbe und Geschmack der Pflanzen zu erhalten.
Arten, Sorten, Beispiele
Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Beispiele für Blattgemüse im Sprachgebrauch:
- Blattspinat/Spinat (Spinacia oleracea)
- Ähriger Erdbeerspinat (Chenopodium capitatum)
- Echter Erdbeerspinat (Chenopodium foliosum)
- Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris)
- Melde/Gartenmelde (Atriplex hortensis): Gemüse des Jahres 2000, Nutzpflanze des Jahres 2000

Beim zweijährigen Mangold werden zwei Züchtungen unterschieden:
- Schnittmangold/Blattmangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. vulgaris convar. vulgaris): auch Römischer Kohl oder früher auch Beißkohl
- Stielmangold/Rippenmangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. vulgaris convar. flavescens): in der Schweiz auch Krautstiel, früher auch "Spargel des kleinen Mannes"
Der Rippen- oder Stiel-Mangold kann auch zum Stängelgemüse gezählt werden, weil er mit seinen langen Stielen als spargel-artiges Gemüse gegessen wird.
Aufgrund seines auffallenden Wuchses sowie der leuchtend roten Stielen und Blattadern wird der Mangold auch gerne als Zierpflanze (Ziergemüse) im Garten gepflanzt.
Erdbeerspinat, Mangold, Melde und Spinat zählen botanisch zur Pflanzen-Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliophyta).
Was sollte beim Kochen von Spinatgemüse beachtet werden?
Wie bei den meisten Gemüse-Arten verlieren auch Mangold und Spinat beim starken Erhitzen wertvolle Inhaltsstoffe wie z.B. Vitamine (Vitamin C). Aus diesem Grund empfehlen die meisten Kochrezepte, Spinatgemüse nur kurz zu blanchieren werden.
Bei Spinat ist beim mehrmaligen Erwärmen oder langen Warmhalten zu beachten, dass sich das enthaltene Nitrat in Nitrit und das Nitrit wiederum in giftige Nitrosamine umwandeln kann.
Nitrosamine stehen im Verdacht, dass sie krebserregend und ganz besonders für Babies und Kinder schädlich sind. Wesentlich mehr Nitrosamine enthalten allerdings Grillwürste, Pökelfleisch oder auch stark gebackenes und geröstetes Brot mit sehr dunkler Kruste.
Warum sollte Spinatgemüse nicht roh gegessen werden?
Spinat und Mangold enthalten Nitrat und Oxalsäure. Der Nitratgehalt und die Oxalsäure können durch Blanchieren und Kochen stark, aber nicht vollständig, reduziert werden.
Mythos und Inhaltsstoffe
Mangold und Spinat sind sich von den Inhaltsstoffen her relativ ähnlich. Entgegen seinem Ruf enthält Spinat-Gemüse allerdings nur durchschnittlich viel Eisen. Fleisch (insbesondere Leber), Getreide (z.B. Haferflocken) oder Hülsenfrüchte wie Sojabohnen enthalten teilweise deutlich mehr Eisen.
Spinat-Gemüse enthält dafür aber viele Ballaststoffe, Carotin, Mineralien (Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Phosphor), Proteine und Vitamine (Vitamin A, B1, B2 und K, aber vor allem Vitamin C).
Darüber hinaus enthalten Mangold und Spinat Oxalsäure und Saponine, die den Pflanzen nicht nur einen bitteren Geschmack verleihen, sondern auch beim Verzehr typische Geschmacks- und Gefühlserlebnisse bewirken, die speziell von Kindern als unangenehm empfunden werden.
Der Oxalsäure wird auch nachgesagt, dass sie Nierensteine fördert. Deshalb sollten Menschen mit Nierenleiden oder einer Veranlagung zu Nierensteinen einen Arzt befragen zu Verzehrmenge und -häufigkeit.
Warum essen Kinder nicht gerne Spinat-Gemüse?
Kinder empfinden den Geschmack von Mangold und Spinat im allgemeinen als zu bitter. Ursache dafür sind die darin enthaltenen Saponine. Kleinkinder und Kinder bevorzugen jedoch eher süssen Geschmack, weil die Geschmacksnerven für bitteres Essen erst später entwickelt werden.
Hinzukommt, dass Mangold und Spinat wie auch Rhabarber, Rote Beete und Sauerampfer Oxalsäure enthalten, die beim Essen "den Mund zusammenzieht" und nach dem Essen ein pelziges, rauhes und stumpfes Gefühl auf den Zähnen hinterlässt.
Nicht nur, dass dieses Gefühl oft als unangenehm empfunden wird: Oxalsäure bindet Calcium und greift auch den Zahnschmelz an. Deshalb sollten Kinder, deren Zähne noch im Wachstum sind, nicht zu häufig Spinatgemüse essen.
Das unangenehme Gefühl kann allerdings bei der Zubereitung von Mangold und Spinat z.B. als Salat durch Milchprodukte wie Sahne gemildert werden.
Die Inhaltsstoffe von Spinat-Gemüse können vereinzelt auch die Verdauung von Kindern überfordern und zu Blähungen führen. Es verwundert also nicht, dass die meisten Kinder keine Fans von Spinatgemüse sind.
Popeye der Seemann (Popey der Spinatmatrose)
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Der vor allem bei Kindern bekannte und beliebte Comic-Held "Popeye der Seemann mit dem harten Schlag" kann mit Hilfe von Spinat, den er in brenzligen Situationen büchsenweise verschlingt (z.B. um seine Freundin Olivia zu retten), kurzzeitig Bärenkräfte entwickeln, um alle möglichen Bösewichte und bösen Gegner (z.B. Brutus/Bluto) in die Flucht zu schlagen.
Nachdem die meisten Kinder bekanntlich nicht gerne Spinat-Gemüse essen, wollten die Macher der Cartoons, Comics und Zeichtrickfilme von Popeye mit seiner Freundin Olivia vielleicht auch alle Kinder zum Essen von Spinatgemüse motivieren.
Denn die kauzige Comic-Figur Popeye des amerikanischen Comiczeichners Elzie Crisler Segar verkörpert Botschaften wie "Spinat macht stark und Muskeln" oder "Gute Menschen essen Spinat-Gemüse".
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