Was sind Alpenblumen und alpine Blumen? Eine Definition
Der Begriff "Alpenblume" (englisch: alpine flowers) oder "Bergblume" stammt nicht aus der Botanik und bezeichnet in diesem Lexikon Blumen-Arten, die natürlich in den Alpen (Mitelgebirge, Hochgebirge) vorkommen, also überhalb der Baumgrenze.
Ein Wachstum zahlreicher Alpenblumen ist im Garten unter normalen Umständen nicht möglich, weil der Boden dort zu nährstoffhaltig ist und sich Nässe stauen kann. Aus diesem Grund findet man Berg- und Alpenblumen im Tiefland hauptsächlich im Botanischen Garten.
In der Alpenflora von Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es allerdings viele Alpenpflanzen und insbesondere sehr schöne Alpenblumen, die wegen ihrer Anspruchslosigkeit bzgl. Boden und Nährstoffe auch als Zierpflanzen für Mauerfugen, den Steingarten oder die Trockenmauer geeignet sind.

Arten, Sorten, Beispiele
Die folgende Liste zeigt typische mehrjährige Alpenblumen (alpine Stauden) mit Angabe der Blütenblätter-Farbe zum einfachen Bestimmen:
- Alpen-Aster (Aster alpinus): auch Blaues Bergsternkraut, Alpen-Sternblume, Blaue Gamsblüh, violett
- Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale ssp. alpinum): weiss-gelb, Unterart des Edelweiss
- Alpen-Mohn (Papaver alpinum): weiss-gelb
- Aurikel (Primula auricula): auch Alpenaurikel, Alpenschlüsselblume, gelb
- Enzian (Gentiana): überwiegend blau
- Frauenmantel (Alchemilla): gelb und grün
- Gämsheide (Loiseleuria procumbens): rosa bis dunkelrot
- Glockenblume (Campanula alpina): lila-blau
- Gletscher-Hahnenfuß (Ranunculus glacialis): weiss, rosa, dunkelrot
- Berg-Hauswurze (Sempervivum montanum): rot
- Himmelsherold (Eritrichium nanum): blau
- Knöllchen-Knöterich (Bistorta vivipara): weiß bis hellrosa
- Kohlröschen (Nigritella): auch Männertreu, weiß-rosa, rot, purpur bis schwarz
- Krautweide (Salix herbacea): rot
- Alpen-Mohn (Papaver alpinum): gelbe, weiss-gelbe und weisse Sorten der Alpenblumen
- Schneeheide/Winterheide (Erica carnea): bodendeckender Strauch (Zwergstrauch), weiß bis rot
- Schneerose/Christrose (Helleborus niger): eine Giftpflanze mit Saponin-Pflanzengift, weiss-gelb
- Weiße Silberwurz (Dryas octopetala): weiss-gelb
- Steinbrech (Saxifraga): weiss-gelb
- Steinröserl (Daphne striata): stark giftig, weiss-rosa
Der Edelweiß gilt als die "Königin der Alpenblumen".

Verbreitung und Pflanzen-Schutz in den Alpen
Durch den Massentourismus und damit verbundenen Bau von Liften, Skilift-Anlagen, Seilbahnen und Strassen werden/wurden Alpen- und Bergblumen immer mehr in ihrem natürlichen Lebensraum bedrängt.
Das natürliche Vorkommen vieler Alpenblumen ist deshalb bedroht und sie stehen mittlerweile auf der Roten Liste für gefährdete Pflanzen vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn (Nordrhein-Westfalen).
Speziell geschützte Alpenblumen sollten auch nicht in den Bergen gepflückt werden, weil sie oft mehrere Jahre benötigen, bis sie blühen. Durch das Pflücken fehlen in der Folge dann Blüten-Samen und die Entwicklung dieser Alpenblume am jeweiligen Wuchsort verschiebt sich um Jahre.
Bedeutende Alpen-Gebiete mit seltenen und geschützten Alpenblumen findet man in Deutschland z.B. in Bayern im Raum Bad Tölz (Tölzer Land), Lenggries (Isarwinkel) oder im Mangfallgebirge rund um Schliersee, Spitzingsee, Tegernsee oder dem Vorkarwendel und Karwendel-Gebirge.
Wer die Welt der Alpenblumen ohne deren Gefährdung erkunden will, der kann das in speziell ausgewiesenen Gebieten tun wie z.B. im Alpenblumengarten Kitzbühel (Kitzbüheler Horn) oder im Alpenblumengarten am Hahnenkamm bei Reutte in Tirol.
Weitere Bilder und Detail-Fotos
Nachfolgend finden Sie weitere Bilder von Alpenblumen bzw. Bergblumen in freier Natur und Detail-Fotos:


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