Dornensträucher bzw. Sträucher mit Dornen
 

Was sind Dornensträucher? Eine Definition

 

Mit dem Begriff "Dornenstrauch" (englisch: briar) sind in diesem Lexikon Sträucher gemeint, die an ihren Ästen spitze Dornen tragen.

Speziell größere Dornensträucher haben im Garten eine Nistplatz- und Schutzfunktion für Vögel gegenüber natürlichen Angreifern (z.B. Katze, Marder und größerer Raubvogel) und werden deshalb auch gerne zum Anlegen einer Vogelschutzhecke oder Schutzhecke als natürlicher Zaun verwendet.

Bei vielen Beeren- und Obststräuchern handelt es sich um Sträucher mit Dornen, um Tierverbiss zu vermeiden.

 

"Warum ärgerst du dich darüber, daß Rosen Dornen haben? Freue dich lieber daran,
daß die Dornenbüsche Rosenblüten tragen."
(Arabisches Sprichwort)

 

Sorten, Arten, Beispiele

 

Die nachfolgende Liste enthält eine Übersicht für wichtige einheimische Dornensträucher, die in Deutschland wachsen:

 

  • Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris): auch Sauerdorn
  • Feuerdorn-Arten (Pyracantha): sehr lange Dornen und immergrün
  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Stechender Mäusedorn (Ruscus aculeatus): Arzneipflanze des Jahres 2002
  • Sanddorn (Hippophae rhamnoides)
  • Schlehe (Prunus spinosa): auch Schlehdorn, Schwarzdorn
  • Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
  • Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium): statt Dornen hat der Strauch stachelige immergrüne Blätter
  • Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna): Heilpflanze des Jahres 1990
  • Zweigriffelige Weißdorn (Crataegus laevigata)
  • Wilde Rose (Rosa rugosa)
  • Zierquitten (Chaenomeles): Strauch mit sehr kräftigen Dornen

 

Die meisten der genannten Dornensträucher bilden ihre Dornen aus Sprossachsen (sog. Sprossdornen). Ausnahmen sind z.B. die Rosen, die botanisch entgegen dem Sprachgebrauch Stacheln anstelle von Dornen besitzen.

 

Foto einer wilden Rose mit Dornen und Blättern
Bild: Dornen einer Wilden Rose (Rosa rugosa) mit Blättern, Fotograf: Mike Gallus

 

Eine weitere Ausnahme stellen Sträucher dar, die sog. Blattdorne aus den Langtrieben bilden wie z.B. die Berberitze, der stechende Mäusedorn oder die Stechpalme.

Von der Wuchshöhe ist zu beachten, dass Feuerdorn, Sanddorn und Weißdorn als Großsträucher wachsen, die Stachelbeere als Zwergstrauch. Himbeere, Stechender Mäusedorn, Sauerdorn, Schwarzdorn und Zierquitten eignen sich dagegen als Kleinsträucher und ohne Schnitt auch als Bodendecker.

 

Bedeutung in der Literatur und in der Bibel

 

Der Dornensträucher und Dornenbüsche werden in den folgenden Erzählungen und Gedichten thematisiert:

 

  • Der Dornenstrauch ist Hauptthema in dem Gedicht von Wilhelm Busch (1832 - 1908), in dem ein Herr Quesel mehrmals mit Vergnügen beobachtet, wie andere schmerzhaft in einem Dornengebüsch hängen bleiben, das an der Ecke seines Grundstücks wächst.

    Jeder Gepeinigte bittet Herrn Quesel, den Dornenstrauch zu beseitigen, aber er ruft mit Wohlbehagen jedes Mal aus "Ich spüre nichts" und läßt das Dornengebüsch stehen.

    Erst als ihn sein Esel in den Dornenbusch wirft, lernt er die damit verbundenen Schmerzen kennen und seine Vorgänger rufen mit Wohlbehagen aus: "Wir spüren nichts". Nun beseitigt er die Dornenbüsche.
     
  • Der brennende Dornenbusch (Dornbusch) ist eine Erzählung im Alten Testament in der Bibel (Buch der Bücher), 2. Buch Mose (auch Exodus genannt). Danach soll Moses einmal am Berg Horeb einen brennenden Dornenbusch entdeckt haben, der trotz des Feuers aber nicht verbrannte.

    Als Moses sich neugierig dem Dornengebüsch näherte, soll sich Gott in dem brennenden Busch gezeigt und Moses befohlen haben, das Volk der Israeliten aus der Gewalt der Ägypter zu befreien und es ins gelobte Land zu führen, in dem Milch und Honig fließen.
     
  • Die Dornenbüsche bzw. Dornenhecken kommen außerdem in den Märchen "Die Rosenkönigin" von Ludwig Bechstein (1801 - 1860) und in "Dornröschen" der Brüder Grimm von 1812 vor.

 

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