Giftige Früchte - Giftfrüchte am Giftstrauch
 

Sträucher mit giftigen Früchten

 

Beim Pflanzen von Fruchtsträuchern im Garten ist zu beachten, dass nicht alle Früchte und Beeren von Sträuchern für den Menschen essbar sind.

Viele Sträucher tragen Früchte, die schwach giftige Inhaltsstoffe aufweisen oder sogar sehr giftig für den Menschen sind. Sie zählen wie die Giftbäume, Giftblumen, Giftkräuter oder Farne zu den Giftpflanzen. Für Sträucher, deren Beeren oder Frucht giftig sind, gibt es in der Botanik keine Bezeichnung.

Diese Strauch-Arten als Giftsträucher oder Giftstrauch zu bezeichnen wäre jedoch nicht richtig, weil es auch Sträucher ohne Frucht gibt, die trotzdem sehr giftig sind und giftige Blätter/Nadeln, Blüten oder Samen tragen (z.B. Goldregen, Oleander).

Die giftige Frucht von Sträuchern stellt oft eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel oder Raupen und Schmetterlinge dar. Diese "Giftsträucher" werden deshalb gerne zum Anlegen einer Schmetterlingshecke oder Vogelhecke verwendet.

 

Foto der reifen, schwarzen Früchte sowie der Blätter von Lorbeerkirsche oder auch Kirschlorbeer
Bild: Reife Früchte und Blätter von Kirschlorbeer/Lorbeerkirsche (Prunus laurocerasus), Foto: Mike Gallus

 

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Arten, Sorten, Beispiele

 

Die nachfolgende Liste enthält Beispiele für typische Gartensträucher in Deutschland, deren Beeren und Früchte für den Menschen giftig sind. Die Übersicht beschränkt sich dabei auf Sträucher mit sehr auffälligen Früchten, weil gerade diese Giftfrüchte z.B. auf Kinder sehr anziehend wirken.

 

  • Buchsbaum (Buxus sempervirens): schnellwachsender immergrüner Busch oder Kleinbaum, der das Alkaloid Cyclobuxin D vor allem in den Blättern enthält

  • Eibe (Taxus baccata): essbares Frucht-Fleisch, aber die Samen der Konifere sind zerkaut sehr giftig und enthalten wie auch die Nadeln Taxin

  • Faulbaum (Rhamnus frangula): Früchte können speziell für kleine Kinder giftig sein, die Rinde wird gerne als Rindentee verwendet und enthält Anthraglykoside

  • Ginster (Genista): alle Pflanzen-Teile sind giftig und enthalten Cytisin

  • Gemeine Goldregen (Laburnum anagyroides): Blüten und Samen sind giftig und enthalten Cytisin

  • Gewöhnliche/Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum): schwach giftig in größeren Mengen durch den Bitterstoff Xylostein sowie geringe Mengen von Alkaloiden und Saponinen

  • Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica): die Früchte sind sehr giftig durch Anthraglykoside

  • Liebesperlenstrauch/Schönfrucht (Callicarpa bodinieri): nicht einheimisch, enthält Sesquiterpene

  • Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare): enthält leicht giftige Untergruppen von Glycosiden wie z.B. Ligustrosid oder Syringin, die für Pferde, Rinder und Schafe giftiger sind als für Menschen

  • Lorbeerkirsche/Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus): schnellwachsend, Frucht weniger giftig als Blätter und Samen, enthält das cyanogene Glycosid Amygdalin

  • Pfaffenhütchen/Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus): Giftpflanze des Jahres 2006

  • Sadebaum (Juniperus sabina)

  • Gewöhnliche Schneebeere (Symphoricarpos albus): die Früchte werden auch Knallerbsen genannt

  • Seidelbast (Daphne mezereum): der Strauch enthält sehr starke Pflanzengifte

  • Stechpalme (Ilex aquifolium)

  • Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

  • Zwergmispeln (Cotoneaster): alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Früchte

 

Die Buchsbaum-Früchte sind dabei für Tiere wie Hunde oder Pferde stärker giftig als für Menschen. Starke Vergiftungen treten in aller Regel erst bei sehr hohen Dosierungen auf, wenn der Buchsbaum z.B. als Heilpflanze verwendet wird.

 

Foto von grünen Blättern und rosa Früchten mit gelben Samen von einem Gewöhnlichen Spindelstrauch
Bild: Gewöhnliches Pfaffenhütchen/Gewöhnlicher Spindelstrauch (Euonymus europaeus), Foto: Olaf Fries

 

Wie eingangs erwähnt, geht es beim Pflanzen von Sträuchern im Garten nicht nur darum, ob die Pflanze giftige Früchte trägt.

Eine Pflanze kann auch giftige Blätter (Nadeln), giftige Blüten oder giftige Samen aufweisen und somit trotzdem ein Giftstrauch bzw. eine Giftpflanze sein (englisch: poisonous plant bzw. poisonous bush).

 

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Informationsquellen über Giftsträucher

 

Sollten geringste Zweifel darüber bestehen, ob ein Strauch im Garten giftig ist oder nicht, dann empfiehlt es sich, fachkundigen, medizinischen Rat bei Spezialisten für Vergiftungen einzuholen.

Zu nennen ist z.B. die 24-Stunden-Telefonhotline der Giftinformationszentrale-Nord (GIZ) in Göttingen für die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Ferner informiert der Giftpflanzen-Ratgeber vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf über giftige Früchte oder giftige Bestandteile von Sträuchern.

 

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Weitere Bilder und Detail-Fotos

 

Nachfolgend weitere Bilder von Sträuchern mit giftigen Früchten und Detail-Fotos von Giftfrüchten:

 

Foto einer blass-rosa farbenen Frucht der Gewöhnlichen Schneebeere
Bild: Frucht der Gewöhnlichen Schneebeere (Symphoricarpos albus) Anfang März, Foto: Mike Gallus

Foto der roten Beeren einer Europäischen Eibe
Bild: Beeren der Europäischen Eibe (Taxus baccata)

 

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→ Zur Pflanzenwelt (Flora) in Deutschland mit Ideen für Gärtner (Hobbygärtner, Landschaftsgärtner)