Gartenzwerge
 

Was ist ein Gartenzwerg? Eine Definition

 

Gartenzwerge (Nanus hortorum vulgaris) sind Gartenfiguren von Zwergen (auch Gnome, Trolle) mit roter Zipfelmütze, die aus Keramik, Kunststoff, Stein (z.B. Marmor, Sandstein) oder gebranntem Ton hergestellt werden für die Gestaltung und Dekoration von Gärten oder Vorgärten.

Zwerge haben als Gegenstück zum Riesen ihren Ursprung in Märchen (z.B. "Schneewittchen und die sieben Zwerge" von den Gebrüdern Grimm) sowie der germanischen und nordischen Mythologie (z.B. Edda, Isländersagas).

Dort werden sie als intelligente Fabelwesen mit übermenschlichen Zauber-Kräften beschrieben, die meistens unter der Erde leben und den Menschen ähnlich, aber kleinwüchsiger sind.

Speziell in Deutschland hat die Dekoration der heimischen Pflanzen-Welt mit Gartenzwerg-Figuren eine lange Tradition, auch wenn sie nicht jedermanns Geschmack sind:

Während ihre Befürworter argumentieren, dass Gartenzwerge Freude, Leben und Romantik in den Garten bringen, werden sie von ihren Gegnern mit Engstirnigkeit, Kitsch und Spießbürgertum in Verbindung gebracht.

 

Foto-Beispiele

 

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl von Gartenzwerge-Bilder:

 

Foto von einem großen Garten-Zwerg neben Beetblumen
Bild: Großer Gartenzwerg neben einer Beetblume im Blumenbeet

 

Foto von einem liegenden, witzigen Garten-Zwerg, der eine Pfeife raucht
Bild: Liegender, witziger Garten-Zwerg, der eine Pfeiffe raucht (Freizeit-Heini)

 

Foto von einem Shop-Regal für den Verkauf lustiger Gartenzwerge
Bild: Shop-Regal für den Verkauf lustiger Gartenzwerge

 

Geschichte in Europa

 

Die Herkunft und Geschichte der Gartenzwerge ist bis heute umstritten. In Europa reicht die Verwendung von Zwergen als Gartenfiguren bis in die Barockzeit (ca. 1575 bis 1770) zurück und war damals vor allem in Deutschland, Österreich, der Schweiz und England zur Dekoration von Schlossgärten populär.

Die ältesten, erhaltenen Gartenzwerge in Europa sind dabei im Zwergerlgarten vom barocken Schloss Mirabelle in Salzburg aus dem 17. Jahrhundert zu finden.

Im Zuge der Aufklärung ab 1800 und ihrer Entzauberung der Welt verloren Gartenzwerge zunächst ihre Popularität und erlebten dann ab der Biedermeier-Zeit im 19. Jahrhundert in der Vorgarten- und Kleingarten-/Schrebergarten-Kultur des Bürgertums eine neue Blütezeit.

In diesem Zusammenhang gilt Gräfenroda in Thüringen als der "Geburtsort" vom Gartenzwerg in Deutschland, weil dort ab ca. 1880 die ältesten Hersteller entstanden (z.B. Gartenzwergmanufaktur Philipp Griebel und August Heissner).

Ende des 20. Jahrhunderts erlangten Gartenzwerge neue Popularität durch die Schaffung sog. Anti-Zwerge (auch Shocking-Zwerge) und "moderner" Gartenzwerge, die sich von den klassischen Figuren (z.B. Arbeitszwerg mit Laterne, Schubkarre, Gartenwerkzeug und roter Kapuze) unterscheiden.

So gibt es heute im Garten-Shop oder Onlineshop vielfältige Ausführungen zu kaufen wie z.B. einen Gartenzwerg als Frau, einen Gartenzwerg mit Solarlampe oder einfarbige Metallic-Gartenzwerge.

Nicht zu vergessen z.T. provokante und witzige Motive wie z.B. Gartenzwerge mit Stinkefinger und offenem Mantel (als Exhibitionist) zum Ärgern des Nachbarn oder auch Karrikaturen von Politikern.

In jüngster Zeit wird das Thema Gartenzwerge auch im Film aufgegriffen wie z.B. 2005 in der TV-Zeichentrickserie "Golo, der Gartenzwerg" oder 2010 in "Gnomeo and Juliet", einem Kino-Film, in dem anmimierte Gartenzwerge das Drama "Romeo und Julia" von Shakespeare in einem Vorgarten nachspielen.

Darüber hinaus zeugen Spiele wie z.B. "Bratwurst, Bier & Gartenzwerge" und "Garten-Zwerge e.V." (Brettspiele) oder "Garten, Zwerge & Co. - Mein eigener Garten" (PC-Spiel) vom unvermindert großen Interesse an den Fabel-Figuren.

 

Bild von einem kleinen Gartenzwerg auf einer Schaukel
Bild: Kleiner Gartenzwerg auf der Schaukel

 

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